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27. Oktober 2016, 03:02 Uhr

Flucht nach Europa

3800 Tote im Mittelmeer - allein in diesem Jahr

Gerade erst hat die Uno einen traurigen Rekord verkündet: 2016 sind so viele Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben wie nie zuvor. Nun berichtet die libysche Küstenwache von einem neuen Unglück auf hoher See.

Im Zusammenhang mit den Fluchtbewegungen über das Mittelmeer ist im Jahr 2016 schon jetzt ein trauriger Rekord erreicht worden: Wie das Uno-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) mitteilte, starben seit Jahresbeginn mindestens 3800 Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa im Mittelmeer. Damit sei der höchste Stand an Toten und Vermissten in einem Jahr erreicht worden, sagte UNHCR-Sprecher William Spindler. 2015 starben demnach 3771 Menschen.

Die gefährlichste Überfahrt sei die zwischen Libyen und Italien: Hier kommt der Organisation zufolge im laufenden Jahr ein Toter auf 47 Ankömmlinge. Bei der wesentlich kürzeren Überfahrt von der Türkei nach Griechenland beträgt das Verhältnis demnach 1:88.

In der Nacht zu Donnerstag teilte die libysche Küstenwache mit, ein Schlauchboot mit knapp 130 Menschen an Bord sei vor der Küste gesunken. Es sei überfüllt gewesen, deshalb sei das Plastik an einer Stelle eingerissen - und Wasser ins Boot eingedrungen. 29 Menschen konnten den Angaben zufolge gerettet werden. "97 illegale Migranten werden noch immer vermisst oder sie sind ertrunken."

aar/dpa/AFP/Reuters

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