Krise in Europa Steinmeier fordert faire Verteilung der Flüchtlinge

Vor der Westbalkan-Konferenz hat Außenminister Steinmeier ein klares Zeichen an die EU-Staaten gesandt, die keine Flüchtlinge aufnehmen wollen. Die Krise werde nicht gelöst, wenn wenige Staaten "allein gelassen werden".

Außenminister Steinmeier: Fordert humanitäre Standards in Europa
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Außenminister Steinmeier: Fordert humanitäre Standards in Europa


Die Botschaft von Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist klar: Die Flüchtlingskrise in Europa kann nur gelöst werden, wenn alle EU-Staaten zusammenarbeiten. "Selbstverständlich haben alle Mitgliedsstaaten ihre Hausaufgaben zu erfüllen", sagte er vor Beginn der Westbalkan-Konferenz in Wien. Sonst würden die Länder, die schon bisher die Hauptlast tragen, an der Aufgabe "scheitern, wenn sie allein gelassen werden".

Wenn es nach Steinmeier geht, sollten die Flüchtlinge in Europa fairer verteilt werden. Für die Unterbringung würden außerdem gleiche Standards und gleiche Verfahren gebraucht, so der Außenminister: "Dazu gehört die Forderung, humanitäre Standards zu achten." Das gelte auch für die wichtigen Transitstaaten wie Griechenland, Mazedonien und Serbien, denen er finanzielle Unterstützung versprach.

An der Konferenz zur Lage im Westbalkan nimmt auch Bundeskanzlerin Angela Merkel teil. Gastgeber Österreich will einen Fünf-Punkte-Plan vorstellen, der unter anderem eine gemeinsame europäische Asylstrategie vorsieht. Außerdem soll es um EU-Mitgliedsperspektiven für die Balkan-Länder gehen. Dabei stehe vor allem im Fokus, wie sich die Länder etwa durch Jugendaustausche besser kennenlernen könnten.

"Wir wollen, dass alle Staaten des Westbalkans eine europäische Perspektive haben", sagte Österreichs Außenminister Sebastian Kurz. Sein Land habe dazu konkrete Projekte und Maßnahmen geplant, die bei dem Gipfel beschlossen werden könnten. Mit Blick auf die Flüchtlingskrise sagte er: "Wir haben fünf Bereiche definiert aus österreichischer Sicht." Dazu zählt er die Schaffung von Schutzzonen, die Bekämpfung von Schleppern und eine bessere Verteilung in Europa.

Ein erstes Treffen der Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens, von Albanien, der EU und Deutschland hatte im August 2014 in Berlin stattgefunden. Bis 2018 sind weitere Gespräche geplant. Die Konferenz wurde auch vor dem Hintergrund des russischen Expansionsstrebens und des Ost-West-Konflikts ins Leben gerufen.

vek/AFP

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spiegelleser861 27.08.2015
1. Gähn...
Das glaubt Herr Steinmeier doch selber nicht, dass GB, Polen, Italien, Portugal, Tschechien oder Spanien sich durch diesen Appell beeindrucken lassen und nunmehr mehr Flüchtlinge aufnehmen? Im Europa 2015 heißt es: Hilf dir selbst, sonst hilft dir niemand...
pandur1234567@yahoo.com 27.08.2015
2. Recht auf Selbstbestimmung
Die Flüchtlinge werden grundsätzlich die Struktur jedes Landes verändern und somit die Art ihrer bisherigen Bewohner zu leben. Somit sollte es das Recht der Bewohne jeden Landes sein selbst zu entscheiden wie sie damit umgehen. Es ist schließlich keine Diktatur in der sich die einzelnen Länder von Europa befinden. Oder ? Und noch sind Staaten ja Staaten. Oder? Ein Konzept das seit 5000 Jahren funktioniert.
ackergold 27.08.2015
3.
Zitat von spiegelleser861Das glaubt Herr Steinmeier doch selber nicht, dass GB, Polen, Italien, Portugal, Tschechien oder Spanien sich durch diesen Appell beeindrucken lassen und nunmehr mehr Flüchtlinge aufnehmen? Im Europa 2015 heißt es: Hilf dir selbst, sonst hilft dir niemand...
Die erzkatholischen Länder Polen, Italien, Spanien und Portugal wollen keinerlei Flüchtlinge aufnehmen? Klar, der Katholizismus verbietet ja bekanntlich Nächstenliebe und das Helfen der Schwachen. Jesus hätte ja schließlich auch keine Flüchtlinge aufgenommen, nicht wahr? Man muss diese Länder verstehen. Wer sich so religös gibt wie viele Polen, Italiener und Spanier, der muss keine Flüchtlinge aufnehmen, sondern der wird schon allein durch bloßes Glauben ein gottgefälliger Mensch. Das sind die Fakten, auch wenn sie keiner hören will und sie schon gar nicht im Spiegel veröffentlicht werden dürfen. Nächstenliebe gibt es allenfalls außerhalb der Religion.
ackergold 27.08.2015
4.
Zitat von pandur1234567@yahoo.comDie Flüchtlinge werden grundsätzlich die Struktur jedes Landes verändern und somit die Art ihrer bisherigen Bewohner zu leben. Somit sollte es das Recht der Bewohne jeden Landes sein selbst zu entscheiden wie sie damit umgehen. Es ist schließlich keine Diktatur in der sich die einzelnen Länder von Europa befinden. Oder ? Und noch sind Staaten ja Staaten. Oder? Ein Konzept das seit 5000 Jahren funktioniert.
Das ist schlichtweg Blödsinn. Die Flüchtlinger werden gar nichts verändern.
woswoistndu 27.08.2015
5. schon mal
Zitat von pandur1234567@yahoo.comDie Flüchtlinge werden grundsätzlich die Struktur jedes Landes verändern und somit die Art ihrer bisherigen Bewohner zu leben. Somit sollte es das Recht der Bewohne jeden Landes sein selbst zu entscheiden wie sie damit umgehen. Es ist schließlich keine Diktatur in der sich die einzelnen Länder von Europa befinden. Oder ? Und noch sind Staaten ja Staaten. Oder? Ein Konzept das seit 5000 Jahren funktioniert.
von der genfer konvention gehört?
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