Flüchtlinge auf der Balkanroute Keinen Schritt zurück

Viele Flüchtlinge sind auf der Balkanroute steckengeblieben. In Serbien wurden Notunterkünfte errichtet, doch nicht alle wollen ihren Platz in der Kälte verlassen.

DPA

Von Maria Christoph


"Nachts kann ich meine Beine nicht spüren", sagt Hazrat Bilal, 14 Jahre alt, aus Afghanistan. Die Temperaturen in Belgrad sinken auf minus zwölf Grad, doch Bilal will hier draußen bleiben. Er verbrachte die vergangenen vier Monate in einem illegalen Lager in Serbien, allein, ohne seine Eltern. Er versucht fast täglich, die Grenze nach Ungarn zu überqueren. Bis zu 1000 Flüchtlinge und Migranten überwintern wie Bilal freiwillig in verlassenen Lagerhallen, ausgestattet nur mit dem Nötigsten: Essen und Wolldecken.

"Es gab immer die Möglichkeit, in einer beheizten Unterkunft zu schlafen", sagt Mirjana Ivanovic-Milenkovski, UNHCR-Vertreterin in Belgrad. Doch viele Flüchtlinge hätten Angst davor, sich in Serbien registrieren zu müssen, wenn sie dort einziehen. Schlepper reden ihnen ein, sie würden dann nicht nach Frankreich oder Deutschland weiterreisen können.

Auf Druck der Vereinten Nationen hat die serbische Regierung gemeinsam mit dem Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR gehandelt und ein zusätzliches Quartier in Obrenovac geschaffen. Das Gros der insgesamt wohl etwa 7300 Flüchtlinge in Serbien übernachtet derzeit in beheizten Räumen (den gesamten Bericht des UNHCR finden Sie hier). Fünf Todesopfer hat der harte Winter entlang der westlichen Balkanroute gefordert, vier davon nahe der türkisch-bulgarischen Grenze.

So überwintern Flüchtlinge auf dem Balkan und den griechischen Inseln:

mcm

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