Bootsunglücke in der Ägäis Dutzende Flüchtlinge ertrinken auf dem Weg nach Europa

Die Todesmeldungen aus der Ägäis reißen nicht ab: Wieder sind Flüchtlinge auf dem Weg von der Türkei nach Griechenland ums Leben gekommen. Unter den Opfern sind 13 Kinder. Mehrere Menschen werden noch vermisst.
Flüchtlinge vor Lesbos: Gefährliche Route

Flüchtlinge vor Lesbos: Gefährliche Route

Foto: GIORGOS MOUTAFIS/ REUTERS

Bei zwei erneuten Schiffsunglücken in der Ägäis sind in der Nacht zu Freitag mindestens 22 Flüchtlinge ums Leben gekommen. Unter den Opfern seien 13 Kinder gewesen, teilte die griechische Hafenpolizei am Freitag mit.

144 Menschen habe man aus dem Meer retten können. Den Angaben zufolge kenterte ein Flüchtlingsboot vor der Insel Kalymnos. Laut der Hafenpolizei wurden dort die Leichen von 19 Migranten aus dem Meer geborgen. Ein anderes Boot sank vor der Touristeninsel Rhodos. Hier starben drei Migranten, drei werden vermisst.

Die griechischen Inseln in der Ägäis liegen zwar in den meisten Fällen nur wenige Kilometer von der türkischen Küste entfernt, doch kommt es dort immer wieder zu tödlichen Unglücken. Erst am Mittwoch waren vor Lesbos und Samos 17 Flüchtlinge ums Leben gekommen. Die Menschenrechtsorganisation Save the Children berichtete, in den vergangenen beiden Monaten seien in der Ägäis mehr als 70 Kinder ertrunken.

Trotz der kühlen Temperaturen und der rauen See machen sich weiter jeden Tag Hunderte Menschen auf den Weg von der Türkei auf die nahen griechischen Inseln (Lesen Sie hier eine Reportage aus Lesbos). Das Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR warnte, dass sich das Schicksal der Menschen durch die schlechteren Wetterverhältnisse noch verschlimmere. Kritiker beschuldigen die EU-Grenzschutzagentur Frontex, die mit Patrouillenbooten entlang der Seegrenze unterwegs ist, Flüchtlingen in Seenot nicht zur Hilfe zu kommen.

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kev/AFP/dpa