Migration "Ocean Viking" rettet 60 Menschen im Mittelmeer

Nach der Rettung von 215 Migranten in der vergangenen Woche konnte die "Ocean Viking" in der italienischen Stadt Messina einlaufen. Nun war das Rettungsschiff erneut im Einsatz.

Rettungsschiff "Ocean Viking" (September 2019)
Alessandro SERRANO/ AFP

Rettungsschiff "Ocean Viking" (September 2019)


Das Rettungsschiff "Ocean Viking" hat in der Nacht zum Freitag im Mittelmeer 60 Migranten an Bord genommen. Sie wurden etwa 111 Kilometer vor der libyschen Küste von einem überfüllten Holzboot gerettet, teilten die Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen auf Twitter mit. Unter ihnen befanden sich demnach auch ein drei Monate alter Säugling und sein dreijähriger Bruder.

Die "Ocean Viking", die von den beiden Hilfsorganisationen betrieben wird, hatte bei drei Rettungseinsätzen in der vergangenen Woche insgesamt 215 Menschen an Bord genommen. Eine mit Zwillingen schwangere Frau und ein Mann wurden mit einem Hubschrauber vom Schiff geholt, bevor dieses am Wochenende in den Hafen der italienischen Stadt Messina einlief.

Bei einem Treffen im September hatten sich Italien, Deutschland, Frankreich und Malta auf eine Grundsatzeinigung für die Seenotrettung im zentralen Mittelmeer verständigt. Dieser "vorübergehende Solidaritätsmechanismus" sieht vor, dass sich eine Gruppe von EU-Staaten für sechs Monate bereit erklärt, Italien und Malta gerettete Bootsflüchtlinge abzunehmen.

Damit soll verhindert werden, dass Schiffe mit Flüchtlingen tage- oder wochenlang auf hoher See ausharren müssen, bis die Verteilung geklärt ist und die Migranten an Land können. Der Notfallmechanismus ist als Übergangslösung gedacht, bis das derzeitige Asylsystem der EU überarbeitet wird. Doch bis heute fehlt ihm eine breite Unterstützung.

asa/dpa



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