Blockade auf der Balkanroute Flüchtlinge reißen Grenzzaun zu Mazedonien nieder

Mazedonien lässt nur noch Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Afghanistan nach Norden durch - Tausende andere sind dort gestrandet. Einige haben nun den Grenzzaun durchbrochen. Sie riefen: "Wir wollen nach Deutschland."
Blockade auf der Balkanroute: Flüchtlinge reißen Grenzzaun zu Mazedonien nieder

Blockade auf der Balkanroute: Flüchtlinge reißen Grenzzaun zu Mazedonien nieder

Foto: STOYAN NENOV/ REUTERS

Hunderte Migranten aus Marokko, Algerien und Pakistan haben versucht, die griechisch-mazedonische Grenze zu durchbrechen. Sie warfen Steine auf die Grenzpolizisten und rissen den Stacheldrahtzaun teilweise ein. Andere knieten nieder und riefen: "Wir wollen nach Deutschland".

Die Balkanstaaten lassen seit einigen Tagen nur noch Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und Irak über die Grenze und damit nach Norden weiterreisen. Seitdem sind etwa 1500 Menschen nahe der nordgriechischen Stadt Idomeni gestrandet.

Einige Migranten gelangten am Donnerstag durch den Zaun, wurden aber umgehend festgenommen. Polizisten in Kampfmontur und Beamte mit Sturmgewehren riegelten den auf etwa 40 Meter eingerissenen Grenzzaun ab.

In den vergangenen Tagen waren mehrere Menschen aus Iran und anderen Ländern an der Grenze in einen Hungerstreik getreten. Aus Protest gegen die Abriegelung hatten sie sich ihre Münder zugenäht.

Zugleich suchen viele Flüchtlinge offenbar inzwischen nach Alternativrouten - im Süden Bulgariens beispielsweise griff die Polizei in den letzten Tagen vermehrt Gruppen von Flüchtlingen mit Schleppern auf.

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Flüchtlinge auf der Balkanroute: Gestrandet zwischen allen Grenzen

Foto: ALEXANDROS AVRAMIDIS/ REUTERS

Das Uno-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) und die Internationalen Organisation für Migration (IOM) kritisierten den Kurs der Balkanstaaten scharf. Mit der Entscheidung, nur noch Bürger aus Syrien, Irak und Afghanistan durchreisen zu lassen, werde das Recht von Flüchtlingen auf individuelle Prüfung von Asylgesuchen missachtet. Dabei ist dieses durch die Genfer Flüchtlingskonvention garantiert.

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syd/Reuters/AP
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