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05. August 2015, 15:58 Uhr

Schiffsunglück

Hunderte Flüchtlinge aus Libyen vermutlich ertrunken

Beim Rettungsversuch passierte das Unglück: Ein überfülltes Flüchtlingsboot ist vor der Küste Libyens gekentert. Hunderte Menschen könnten dabei ertrunken sein.

Ein überfülltes Fischerboot mit Hunderten Flüchtlingen an Bord ist vor der Küste Libyens gesunken. Nur etwa hundert Menschen seien bislang gerettet worden, teilte die italienische Küstenwache mit. Nach Angaben der maltesischen Hilfsorganisation Migrant Report könnten bis zu 600 Menschen ums Leben gekommen sein.

Das Boot habe am Morgen etwa 22 Meilen vor der libyschen Küste einen Hilferuf abgesetzt. Ein irisches Marineschiff entdeckte das Flüchtlingsboot zuerst und wollte Hilfe leisten. Zum Unglück kam es, als sich Rettungsboote näherten und die Menschen auf dem Schiff versuchten, die Retter zu erreichen.

Es könnte das schlimmste Unglück im Mittelmeer seit mehreren Monaten sein. Im April waren Hunderte Migranten ertrunken, als ihr Schiff kenterte und sank.

Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind seit Jahresbeginn bereits mehr als 2000 Menschen bei der Flucht über das Mittelmeer gestorben. Insgesamt hätten seit Januar rund 188.000 Flüchtlinge und Migranten die gefährliche Reise angetreten.

vks/dpa/AFP

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