Ertrunkene Flüchtlinge Helfer bergen Babyleiche im Mittelmeer

Hunderte Menschen sind in der vergangenen Woche im Mittelmeer ums Leben gekommen. Helfer der deutschen Seenotrettung Sea Watch haben nun ein erschütterndes Bild von einem ertrunkenen Baby veröffentlicht.

Untergegangenes Holzboot im Mittelmeer
DPA/ Sea-Watch

Untergegangenes Holzboot im Mittelmeer


Die private Seenotrettung Sea Watch hat im Mittelmeer 45 Leichen von Flüchtlingen geborgen, darunter ein totes Baby. Die Crew, die zur Rettung von Flüchtlingen auf einem umgebauten Forschungskutter vor der libyschen Küste kreuzt, war bei einem Einsatz am vergangenen Freitag auf ein gekentertes Holzboot mit zahlreichen Menschen an Bord gestoßen. Das berichtet die Organisation via Facebook.

135 Flüchtlinge konnten gerettet werden. Sie seien von der italienischen Marine an Bord genommen und im Hafen von Reggio Calabria an Land gebracht worden, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

In der vergangenen Woche sind laut dem Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mehr als 700 Flüchtlinge im Mittelmeer ums Leben gekommen.

Freiwilliger Helfer mit einer Babyleiche im Arm
REUTERS/ Christian Buettner/ Eikon Nord

Freiwilliger Helfer mit einer Babyleiche im Arm

Die Hilfsorganisation Sea Watch verknüpfte die Veröffentlichung des Fotos von dem toten Baby mit der Forderung, Flüchtlingen eine sichere Fluchtroute zu gewähren. Seit die Balkanroute geschlossen wurde, müssen Fliehende wieder vermehrt auf den gefährlichen Seeweg ausweichen.

Das Foto zeigt einen freiwilligen Helfer, der die Leiche im Arm hält, als würde das mutmaßlich kaum einjährige Baby schlafen. Der Helfer, selbst dreifacher Vater und von Beruf Musiktherapeut, erklärte in einer bewegenden E-Mail, er habe den toten Körper vorsichtig aus dem Wasser in seine Arme gezogen und angefangen zu singen, um sich selbst zu trösten und mit diesem Moment umzugehen.

Im vergangenen September hatte ein Foto des ertrunkenen dreijährigen Flüchtlingsjungen Alan Kurdi weltweit viele Menschen erschüttert. Er war in der türkischen Mittelmeerküste an Land gespült worden.

sun/Reuters



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