Flüchtlinge Uno fordert Grenzöffnung

Die Vereinten Nationen drängen die Nachbarstaaten Afghanistans, ihre Grenzen zu öffnen. Die Afghanen, die vor den US-Militärschlägen fliehen, sollen Schutz bekommen.

Islamabad - Wie Jusuf Hasan, Sprecher des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Islamabad sagte, gelänge es täglich immer noch etwa 2000 Afghanen, über verschlungene Wege nach Pakistan zu gelangen. Hasan rief dennoch benachbarte Länder dazu auf, Grenzen für jene zu öffnen, die Schutz und Beistand brauchten.

Pakistan hatte sich bislang Appellen der Uno widersetzt, die Grenzen zu öffnen. Neue Flüchtlingsströme würden die ohnehin angeschlagene Wirtschaft des Landes zu sehr belasten und auch soziale Unruhen begünstigen, so die Begründung.

Pakistan beherbergt bereits über zwei Millionen afghanische Flüchtlinge und hat seine Grenzen wenige Tage nach den Terroranschlägen in den USA am 11. September geschlossen.

Proteste in Pakistan behindern humanitäre Hilfe für Afghanen

Die seit Tagen anhaltenden Proteste in Pakistan schränken unterdessen die internationale Hilfsaktion für die Zivilbevölkerung in Afghanistan massiv ein. Das Welternährungsprogramm bringe jetzt weniger Nahrungsmittel über die Grenze als zu Zeiten vor der Krise, sagte Sprecherin Christiane Berthiaume in Genf.

Die bislang gelieferten 12.000 Tonnen Lebensmittel reichen knapp eine Woche für 3,4 Millionen Menschen. Ursprünglich sollten jeden Monat rund 52.000 Tonnen Lebensmittel für knapp sechs Millionen Menschen nach Afghanistan gebracht werden. Pakistan ist zurzeit das einzige Land, durch das Hilfeleistungen nach Afghanistan gelangen können.

Wegen der angespannten Sicherheitslage kann auch das UNHCR keine neuen Zeltlager für bis zu 150.000 afghanische Flüchtlinge vorbereiten. Mitarbeiter müssten bis zu fünf Stunden auf eine Polizeieskorte warten, um vom Hotel ins Büro fahren zu können, sagte Sprecher Kris Janowski.