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Griechenland: Flüchtlinge leben in leerstehenden Fabriken

Foto: YANNIS BEHRAKIS/ REUTERS

Flüchtlinge von Patras Über den Zaun, in die Freiheit

Die Flüchtlinge stürmen Zäune, hängen sich an fahrende Lastwagen, um ihr Ziel zu erreichen - rauf auf die Fähre, raus aus Griechenland und rüber nach Italien. Eine Fotoserie zeigt ihre verzweifelte Lage.

Die hohen Zäune lassen eher ein Gefängnis vermuten, dabei liegt dahinter nur ein schnöder Fährterminal. Doch für Hunderte Flüchtlinge ist dieser Terminal ein wichtiges Zwischenziel auf ihrem Weg nach Nordeuropa. Wieder und wieder versuchen sie, über die Zäune oder durch die Tore zu kommen - meistens vergeblich.

Es ist der Alltag in der griechischen Hafenstadt Patras. Von dem Ort aus fahren täglich Fähren in verschiedene italienische Häfen, für die Flüchtlinge die nächste Station auf ihrer langen Reise gen Norden. Der 26-jährige Azam aus dem Südsudan hat es schon etliche Male versucht - ohne Erfolg. "Ich werde niemals aufgeben", sagt er. "Ich will nach Nordeuropa und dort einen guten Job finden und ein gutes Leben leben."

Azam kam mit einem kleinen Fischerboot aus Ägypten nach Griechenland. Er zahlte den Schleppern rund 3000 Euro, um nach Italien zu gelangen. Doch in Griechenland war Endstation - vorerst.

Die Vertriebenen kommen aus Iran, Afghanistan und aus dem Sudan. Sie haben meist schon Tausende Kilometer hinter sich gebracht, bevor sie in Griechenland ankommen. In Patras geht es für viele nicht weiter: Einige der Flüchtlinge leben schon mehr als zwei Jahre dort. Die Unterkünfte selbst bestehen sogar noch länger. Immer wieder berichten die Bewohner von Übergriffen durch die Sicherheitskräfte, Menschenrechtsorganisationen beklagen die Lage der Menschen seit Langem.

Bereits 2009 erreichte eine massive Flüchtlingswelle die Hafenstadt. Tausende versuchten, eine der Fähren nach Italien zu nehmen. Damals gingen die Behörden hart gegen die Migranten vor und lösten ihre illegalen Siedlungen auf. In den Lagern lebten vorwiegend Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren. Es gab zahlreiche Festnahmen.

Doch was als Abschreckung gedacht war, wirkte nur kurz. Längst sind die Flüchtlinge wieder da.

Mit Informationen von Reuters
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