Pew-Umfrage Viele Europäer fürchten mehr Terror durch Flüchtlingszuzug

Kommt mit Flüchtlingen mehr Terror ins Land? Verbessert sich durch den Zuzug von Migranten die eigene Lebensqualität? US-Meinungsforscher haben in zehn europäischen Ländern unter anderem diese Fragen gestellt. Hier sind die Ergebnisse.
Flüchtlinge in Serbien

Flüchtlinge in Serbien

Foto: Koca Sulejmanovic/ dpa

Zahlreiche Europäer befürchten einer aktuellen Umfrage zufolge, dass sich durch den Zuzug von Flüchtlingen die Terrorgefahr in ihrem Land erhöht. Das geht aus der aktuellen Erhebung der amerikanischen Meinungsforscher vom Pew Research Center  hervor. Demnach ist auch die Sorge weit verbreitet, Asylbewerber könnten Arbeitsplätze wegnehmen und zur finanziellen Last werden.

1. Flüchtlinge und Terrorgefahr

Befragt wurden Bürger in zehn Ländern, darunter auch Deutschland. In insgesamt acht der Länder äußerten Pew zufolge mehr als die Hälfte der Befragten die Befürchtung, dass durch den Flüchtlingszuzug die Wahrscheinlichkeit einer "terroristischen Gefahr" steige. Spitzenreiter sei Ungarn mit 76 Prozent, gefolgt von Polen (71). Die Regierungen beider Länder sind für ihre restriktive Flüchtlingspolitik bekannt.

Auf Platz drei und vier lagen bei dieser Frage laut Pew Deutschland und die Niederlande (je 61 Prozent). In Frankreich, das im vergangenen Jahr von zwei verheerenden islamistischen Anschlägen getroffen worden war, glauben dagegen 51 Prozent der Befragten nicht an eine erhöhte Terrorgefahr aufgrund der ankommenden Flüchtlinge.

Insgesamt gebe es aber in den Köpfen der Europäer eine "sehr klare Verbindung" zwischen "der Flüchtlingskrise und der Terrorgefahr", schreibt das Pew Research Center in seiner Studie. So stünden die stark angestiegenen Flüchtlingszahlen auch im Mittelpunkt der Anti-Einwanderungs-Rhetorik rechtsgerichteter Parteien.

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2. Flüchtlinge und Wirtschaft

In fünf Ländern sind laut der Umfrage mindestens die Hälfte der Teilnehmer besorgt, dass die Flüchtlinge eine wirtschaftliche Belastung darstellen, weil sie "unsere Jobs und Sozialleistungen wegnehmen". Am stärksten sei auch diese Furcht in Ungarn ausgeprägt (82 Prozent), danach folgen Polen (75), Griechenland (72) und Italien (66 Prozent). Die Deutschen bilden Pew zufolge hier mit 31 Prozent das Schlusslicht.

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3. Flüchtlinge und Lebensqualität

Bei der Umfrage wurde auch die Frage gestellt, ob die ankommenden Flüchtlinge das Land lebenswerter machen oder nicht. In Deutschland gaben 26 Prozent an, die Situation verbessere sich, 31 Prozent sagten, sie verschlechtere sich und 40 Prozent gaben an, es mache keinen großen Unterschied.

Vor allem die Befragten in Griechenland gaben an, die Lage im Land verschlechtere sich durch Flüchtlinge (63 Prozent). Spitzenreiter bei den Bürgern, die dem Zuzug an Flüchtlingen Positives abgewinnen können, sind die Schweden mit 36 Prozent.

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Befragt wurden nach Angaben des Instituts 11.494 Menschen in folgenden Ländern (mehr zu den Pew-Methoden lesen Sie hier ): Deutschland, Ungarn, Polen, Niederlande, Griechenland, Italien, Schweden, Spanien, Frankreich und Großbritannien. Die Erhebung habe zwischen Anfang April und Mitte Mai stattgefunden.

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aar/dpa/AFP/AP
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