Flugabwehrraketen Al-Qaida soll sich Waffen aus Libyen beschaffen

Al-Qaida nutzt möglicherweise das Chaos in Libyen, um sich hochwertige Waffen von dort zu beschaffen. Ein schwer beladener Konvoi sei im Norden Malis angekommen, behaupten algerische Sicherheitskreise.

Algier - Die Pick-Up-Trucks sollen unter anderem panzerbrechende Granaten, schwere Maschinengewehre, Sturmgewehre, Sprengstoff und Munition befördert haben, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten algerischen Offizier. Vor einigen Tagen sei ein Konvoi von acht Kleinlastern aus Ost-Libyen über den Tschad und Niger nach Nord-Mali gefahren. "Und wir wissen, dass das nicht der erste Konvoi ist", wird der Beamte zitiert. Zu den Waffen hätten auch Flugabwehrraketen des Typs Sam-7 gehört, die von der Schulter aus abgefeuert werden könnten, sagte der Sicherheitsbeamte demnach.

Es sei bekannt, dass die Islamisten im Besitz der Flugabwehrraketen seien. Die zum Teil in Russland hergestellten Waffen stammten aus Libyen, wo im Zuge des Machtkampfes zwischen dem Regime Gaddafis und den Rebellen mehrere Kasernen und Waffenlager geplündert worden seien.

Es sei undenkbar, dass die Vertreter der nordafrikanischen al-Qaida-Gruppe AQIM vor Ort "diese Gelegenheit nicht genutzt haben", zitiert Reuters den algerischen Beamten. Die Gruppe verfüge über exzellente Verbindungen zu den örtlichen Schmugglern. Diese überquerten nach Belieben die südlibysche Grenze. "Sie werden wahrscheinlich von der AQIM den Auftrag bekommen, die Waffen herbeizuschaffen."

Algerien kämpft seit fast zwei Jahrzehnten gegen radikale Islamisten, die sich in den vergangenen Jahren zur al-Qaida bekannten. Die Sicherheitskräfte des Landes überwachen auch die Aktivitäten radikaler Muslime außerhalb Algeriens.

als/Reuters