Flugzeugträger bei Hormus Iran warnt USA vor Eindringen in Manövergebiet

Die iranische Marine hat nach eigenen Angaben einen US-Flugzeugträger in der Nähe der für Öltransporte bedeutsamen Straße von Hormus gesichtet. Das Schiff bewege sich in der Zone, in der Iran ein Manöver abhalte. Teheran sprach eine deutliche Warnung aus.
US-Flugzeugträger nahe der Straße von Hormus? Das Bild wurde im iranischen TV gezeigt

US-Flugzeugträger nahe der Straße von Hormus? Das Bild wurde im iranischen TV gezeigt

Foto: AFP/ Press TV

Teheran - Der Streit um eine mögliche Blockade der Straße von Hormus durch Iran stellt die angespannten Beziehungen zwischen Teheran und dem Westen auf eine neue Belastungsprobe. Die iranische Armee sichtete jetzt in den Gewässern der wichtigen Öltanker-Route einen US-Flugzeugträger.

Ein Aufklärungsflugzeug habe das Schiff in der Zone entdeckt, in der die iranische Marine am Samstag mit einem zehntägigen Manöver begonnen habe, sagte Admiral Mahmud Mussawi der iranischen Nachrichtenagentur Irna zufolge am Donnerstag. Die Marine habe Fotos und Filme des Flugzeugträgers gemacht und dabei Raketen, Radargeräte und Flugzeuge an Bord aufgenommen. Mussawi riet laut der Website des Staatsfernsehens ausländischen Streitkräften von außerhalb der Region, Irans "Warnungen ernst zu nehmen" und nicht in das Manövergebiet einzudringen.

Etwas blumiger formulierte der Vizechef der iranischen Revolutionsgarden, General Hossein Salami, Bedrohliches: "Die USA sind wie ein Eisberg, der jedoch von der hohen Temperatur der iranischen Revolution geschmolzen wird. Die USA sind wie ein Spatz im Körper eines Dinosauriers."

Das Pentagon in Washington hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass der US-Flugzeugträger "USS John Stennis" und der Lenkwaffenkreuzer "USS Mobile Bay" die Straße von Hormus in Richtung des Arabischen Meeres passiert hätten. Pentagon-Sprecher George Little zufolge handelte es sich dabei um ein im Vorfeld geplantes Manöver, um die Soldaten in Afghanistan zu unterstützen.

Großbritannien spricht von Ablenkungsmanöver

Der Westen hatte mit scharfer Kritik auf die Drohung Teherans reagiert, die Straße von Hormus im Fall weiterer Sanktionen gegen Iran zu sperren: "Die Meerenge von Hormus ist eine internationale Wasserstraße. Dementsprechend haben alle Schiffe ein Durchfahrtsrecht, unter welcher Flagge sie auch fahren", bekräftigte am Donnerstag eine Sprecherin des französischen Außenministeriums.

Das britische Außenministerium wertete Irans Blockadedrohung als Rhetorik und Ablenkungsmanöver. "Iranische Politiker benutzen diese Art von Rhetorik des Öfteren, um vom wahren Thema abzulenken, nämlich ihrem Atomprogramm", sagte ein Sprecher des Ministeriums am Donnerstag in London. Man sei aber weiterhin sehr besorgt wegen des "möglicherweise militärischen Ausmaßes" des Atomprogramms.

Die USA, Kanada und Großbritannien haben im Atomstreit mit Iran den Druck zuletzt erhöht und weitere Zwangsmaßnahmen gegen den Energie- und Finanzsektor des Landes verhängt. Die Europäische Union erwägt ein Importverbot für iranisches Öl.

"Solch eine Behinderung wird nicht akzeptiert"

Die US-Marine hatte eine Blockade der Straße von Hormus als inakzeptabel bezeichnet. "Jeder, der die Freiheit der Seefahrt in einer internationalen Wasserstraße bedroht oder behindert, stellt sich klar außerhalb der Staatengemeinschaft. Solch eine Behinderung wird nicht toleriert", teilte die Sprecherin der im Golfkönigreich Bahrain stationierten Fünften US-Flotte, Rebecca Rebarich, am Mittwoch mit.

"Der freie Verkehr von Gütern und Dienstleistungen durch die Straße von Hormus ist entscheidend für den Wohlstand der Region und der Welt", so Rebarich weiter. Die Fünfte US-Flotte "bekennt sich zum Schutz maritimer Freiheiten, die die Basis des globalen Wohlstands sind. Das ist einer der Hauptgründe dafür, dass unsere Streitkräfte in dieser Region operieren", betonte Rebarich. Die US-Marine unterhalte "eine robuste Präsenz in der Region, um destabilisierende Aktivitäten zu verhindern und ihnen entgegenzuwirken".

Die Straße von Hormus ist ein strategisch bedeutender Wasserweg zwischen der Arabischen Halbinsel und Iran. Ein Großteil der Ölexporte aus Nahost werden auf der mehr als 200 Kilometer langen Meeresstraße transportiert, deren schmalste Stelle rund 50 Kilometer misst. Eine Blockade würde die Transportwege verlängern und die Energiekosten erheblich in die Höhe treiben.

Der Wasserweg verbindet den Persischen Golf im Westen mit dem Golf von Oman im Osten und darüber mit dem Arabischen Meer und dem Indischen Ozean. Durch das Nadelöhr befördern Tanker nach unterschiedlichen Quellen bis zu 40 Prozent des weltweit auf Schiffen transportierten Öls - unter anderem nach Westeuropa und in die USA.

hen/dpa/dpa-AFX
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