Flutkatastrophe Pakistan sagt Danke

Pakistan ist dankbar: Die Regierung in Islamabad äußerte sich zufrieden mit der Fluthilfe - die Welt unterstützt das Land bislang mit insgesamt 815 Millionen US-Dollar. Nach Angaben des Welternährungsprogramms sind sechs Millionen Menschen in Pakistan auf Soforthilfe angewiesen.
Pakistans Außenminister Qureshi: Beratungen mit dem IWF

Pakistans Außenminister Qureshi: Beratungen mit dem IWF

Foto: Anjum Naveed/ AP

Islamabad/Washington - Die Resonanz der Staatengemeinschaft sei überwältigend, sagte Pakistans Außenminister Shah Mehmood Qureshi. Die von den Vereinten Nationen geforderte Summe von 460 Millionen Dollar (357 Millionen Euro) für die Versorgung der Flutopfer sei bereits übertroffen worden. Bislang habe sein Land etwa 815 Millionen Dollar an Geldmitteln und Zusagen erhalten.

Flutopfer

Ab dem heutigen Montag Montag will der Internationale Währungsfonds (IWF) mit der pakistanischen Regierung über weitere Hilfen für die beraten. Bei dem Treffen in Washington sollen vor allem die Auswirkungen der verheerenden Überschwemmungen auf die Volkswirtschaft beurteilt werden.

Vom Militärflughafen Geilenkirchen in Nordrhein-Westfalen startete am Sonntag eine Nato-Frachtmaschine mit Generatoren, Wasserpumpen und Zelten in Richtung Pakistan. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) informierte sich bei Vertretern deutscher Hilfsorganisationen über die bislang geleistete deutsche Unterstützung.

Die pakistanische Zeitung "Daily Times" berichtete am Sonntag, Finanzminister Abdul Hafeez Shaikh wolle den IWF in Washington bitten, das 2008 gewährte Darlehen von 10 Milliarden Dollarumzustrukturieren oder neue Finanzierungsmodelle zu prüfen. Nach einer Schätzung die Regierung könnten sich die Kosten für den Wiederaufbau auf etwa 15 Milliarden Dollar belaufen.

Unterdessen ändert sich die Lage in den Krisengebieten: Während das Hochwasser im Norden Pakistans langsam zurückgeht, stiegen am Wochenende in der südlichen Provinz Sindh die Pegelstände am Fluss Indus weiter. "Mindestens zwei Bezirke sind in Gefahr", sagte ein Sprecher der örtlichen Katastrophenbehörde am Sonntag. Helfer seien an mehreren kritischen Stellen im Einsatz, um den Bruch von Deichen zu verhindern. Bereits am Samstag waren vor allem im Distrikt Shadadkot zahlreiche Dörfer und Städte evakuiert worden. Zehntausende Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.

Nach Meinung von Experten werden die Wassermassen in den nächsten Tagen landesweit zurückgehen. Eine Entwarnung sei das aber noch nicht. Die Flüchtlinge würden bei ihrer Rückkehr sehr wenig vorfinden, da das Wasser Häuser, Straßen und die Ernte fortgespült habe. Die Katastrophe betrifft etwa ein Fünftel des Staatsgebietes. Rund 20 Millionen Menschen seien in irgendeiner Weise von der Flutkatastrophe betroffen, mindestens 6 Millionen seien obdachlos.

Premierminister Yousuf Raza Gilani kündigte für Dienstag ein Treffen zur Gesundheitslage an. Neben dem Gesundheitsministerium und der Katastrophenschutzbehörde würden daran auch alle Provinzregierungen, die Uno -Organisationen und internationale Partner teilnehmen, sagte der Regierungschef. Es sollen auch Pläne und Maßnahmen zur Verhinderung des Ausbruchs von Krankheiten und Seuchen erörtert werden. Nach Angaben von Hilfsorganisationen wurden am Wochenende aus der Region Punjab mehrere Cholera-Fälle gemeldet.

Am Wochenende hatte das Welternährungsprogramm Alarm geschlagen: "Es gibt immer noch Gegenden, in die keine Hilfe vorgedrungen ist", sagte Amjad Jamal, Sprecher des Welternährungsprogramms (WFP) in Islamabad. "Inzwischen haben wir etwa 1,2 Millionen Menschen mit Lebensmitteln für einen Monat versorgt. Aber mehr als sechs Millionen Menschen sind auf Soforthilfe angewiesen." Jamal forderte vor allem mehr Hubschrauber an, um die Hilfe in entlegene Gebiete zu bringen.

anr/dpa
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