Folgen der Finanzkrise Obama geht in neuer Umfrage deutlich in Führung

Wahlkämpfer im Aufwind: Die US-Finanzkrise beschert Barack Obama im Rennen ums Weiße Haus steigende Umfragewerte. Aktuelle Erhebungen sehen den demokratischen Senator deutlich vor seinem Kontrahenten McCain - mit bis zu neun Prozentpunkten.


Washington - Die Tendenz ist klar: Es geht aufwärts für den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama. Nach Wochen des Gleichstands zwischen ihm und seinem republikanischen Rivalen John McCain scheint die Wende geschafft. Das zumindest legen zwei aktuelle Umfragen nahe.

Demokrat Obama: Er profitiert von der Wirtschaftskrise - in den Umfragen
AP

Demokrat Obama: Er profitiert von der Wirtschaftskrise - in den Umfragen

Der neuesten Erhebung zufolge liegt Obama mit einer Zustimmung von 52 Prozent vor McCain, dem die Meinungsforscher im Auftrag der "Washington Post" und des TV-Senders ABC News 43 Prozent vorhersagen. Vor zwei Wochen noch hatten die Werte weitaus näher beieinander gelegen: 49 (Obama) zu 47 (McCain).

Die steigende Tendenz von Obama hatte zuvor bereits der Nachrichtensender CNN bestätigt, wenn auch mit einem leicht niedrigeren Wert, der allerdings nach einer Errechnung des Durchschnitts aller derzeit vorliegenden Umfragen zustande kam.

Demnach erhält Obama 49 Prozent der Wählerstimmen, auf McCain entfielen lediglich 44 Prozent, wie der Sender am Montag berichtete. Sieben Prozent seien noch unentschlossen, für wen sie sich beim Urnengang am 4. November entscheiden sollten.

Auch in einigen entscheidenden und besonders umkämpften Bundesstaaten liegt Obama laut CNN-Umfragen vorn. So führe er in Wisconsin mit 48 zu 45 Prozent vor McCain, in Pennsylvania mit 47 zu 44 Prozent.

Grund für die Veränderungen im Meinungsbild ist gleichlautenden Angaben zufolge die schwere Krise auf den US-Finanzmärkten. Eine CNN-Befragung ergab, dass 47 Prozent der Amerikaner die regierenden Republikaner eher für die Krise verantwortlich machen. Lediglich 24 Prozent sehen die Schuld eher bei den Demokraten.

In einer neuen Umfrage des nicht-privaten Radionetzwerkes National Public Radio liefern sich McCain und Obama jedoch nach wie vor in den 14 umkämpften sogenannten "Battleground-States" ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

In den vergangenen Wochen war der 47-jährige Obama erheblich in die Defensive geraten. In einigen Umfragen lag McCain, 72, bereits vorn, vor allem die Ernennung von Sarah Palin als Vize-Kandidatin hatte ihm Aufwind verschafft.

Als wichtiges nächstes Datum, das über den Wahlausgang entscheiden könnte, steht am kommenden Freitag die erste Fernsehdebatte der beiden Präsidentschaftskandidaten an.

ffr/dpa/AP

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