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13. Mai 2014, 05:54 Uhr

Amnesty-Bericht

Eine Welt der Folter

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Auspeitschen, Schlafentzug, Vergewaltigung - auch in scheinbar demokratischen Staaten wird gefoltert. Laut Amnesty International sind durch Gewalt erzwungene Geständnisse weltweit an der Tagesordnung.

Hamburg - Miriam López Vargas, 31 und Mutter von vier Kindern, wurde in Mexiko eine Woche lang verhaftet, dreimal vergewaltigt und mit Elektroschocks gefoltert - bis sie entgegen der Wahrheit gestand, in Drogengeschäfte verwickelt zu sein. Ihre Folterer blieben unbehelligt.

Ali Aarrass wurde an einen geheimen Aufenthaltsort in Marokko gebracht, mit Elektroschocks an den Hoden und Schlägen auf die Fußsohlen gequält - bis er zugab, eine Terroristengruppe unterstützt zu haben; er wurde zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Moses Akatugba, 16, wurde in Nigeria verhaftet, geschlagen und über Stunden an Händen und Füßen aufgehängt - bis er einen Diebstahl gestand; seine Richter verurteilten ihn zum Tode.

Schläge, Tritte, Aufhängen an Händen oder Füßen, Elektroschocks, Isolation, Scheinhinrichtungen, Auspeitschen, Schlafentzug oder Vergewaltigung - die alptraumhafte Liste von Foltermethoden ist Realität für Inhaftierte auf der ganzen Welt. Demütigungen und das Rasieren der Bärte von muslimischen Männern zählen zu den "leichteren" Methoden, die Amnesty International im aktuellen Folter-Bericht aufzählt.

Der Folter ausgesetzt sind Menschen aus allen Schichten, besonders gefährdet sind jedoch Frauen, Kinder, Schwule, Lesben oder Minderheiten.

"Folter ist alltäglich"

Anlass für die weltweite Untersuchung von Amnesty International ist die Verabschiedung der Uno-Anti-Folter-Konvention vor 30 Jahren. Die Organisation sammelte in den vergangenen fünf Jahren Berichte über Vergehen aus 141 Ländern. "In erschreckend vielen Ländern ist Folter alltäglich", sagt Selmin Çalkan, Amnesty-Generalsekretärin in Deutschland.

Gefoltert werde etwa, um die politische Opposition einzuschüchtern oder im Krieg gegen den Terror. In vielen Staaten sei Folter der einfachste Weg, um Geständnisse zu erpressen und schnell vermeintliche Ermittlungserfolge vorzuweisen. Da die Regierungen dieser Länder zumeist von den Ergebnissen profitierten, übernähmen sie keine konkreten Bemühungen, daran etwas zu ändern, kritisiert Amnesty International.

Der Report listet Folter in Brasilien, Chile, Guatemala, China, Indonesien, Malaysia, Libyen, Ägypten, Saudi-Arabien, Südsudan, aber auch Gewalt gegen Demonstranten in Spanien, Rumänien, Italien und Griechenland auf.

Die Amnesty-Studie konzentriert sich auf diese fünf Länder:

Aus Deutschland meldet Amnesty keinen Folterfall, auch wenn es Berichte über Misshandlungen durch die Polizei gibt. Deshalb müsse die Bundesrepublik das Zusatzprotokoll der Anti-Folter-Konvention konsequent umsetzen, heißt es in dem Bericht.

Amnesty startet nun die internationale Kampagne "Stop Torture" und fordert Regierungen weltweit auf, ihre internationalen Verpflichtungen umzusetzen. Als konkrete Schutzmaßnahmen zählt die Organisation unter anderem den Zugang der Gefangenen zu Anwälten, Ärztinnen, Angehörigen und Menschenrechtsbeobachtern sowie Videoaufzeichnung der Verhöre, unangemeldete Überprüfung der Hafteinrichtungen und medizinische Dokumentation von Folterfällen.

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