Folterskandal Heidelberger GI bezichtigt US-Armee der Vertuschung

Ein in Heidelberg stationierter US-Soldat hat schwere Vorwürfe gegen die eigenen Streitkräfte gerichtet. In einem Interview sagte der Unteroffizier, der selbst bis Februar im irakischen Gefängnis Abu Ghureib eingesetzt war, die Armee vertusche systematisch das Ausmaß der Misshandlungen.

Berlin - Drei Angehörigen seines in Irak eingesetzten Bataillons seien an Misshandlungen beteiligt gewesen, sagte Samuel Provance der "taz". Die Verfahren gegen diese Soldaten seien jedoch eingestellt worden, obwohl die Vorgesetzten die Vorwürfe gekannt hätten. Die von Provance beschuldigten Soldaten gehören dem 302. Bataillons des militärischen Nachrichtendienstes an. Bestätigt würden die Vorwürfe von zwei weiteren Angehörigen dieser Einheit, die jedoch namentlich nicht genannt werden wollten, berichtet das Blatt.

Provance war laut dem Bericht zusammen mit elf weiteren Soldaten des Bataillons von September 2003 bis Februar 2004 in Abu Ghureib stationiert. Drei von ihnen waren laut Aussagen des 30-jährigen Unteroffiziers an den Folterungen beteiligt. "Sie selbst haben allen anderen Soldaten in Abu Ghureib davon erzählt, wie sie die Gefangenen geschlagen haben. Auch Ausziehen, sexuelle Erniedrigung und Einschüchterungen mit Hunden gehörten bei den Verhören zu Routine", sagte er der Zeitung.

Wie Provance berichtete, waren die drei Soldaten vor einigen Wochen von einem internen Militär-Untersuchungsausschuss nach Washington eingeladen worden. Zu den angekündigten Verhören sei es jedoch nie gekommen, da die Verfahren vorher ohne Begründung eingestellt worden seien.

Mehr lesen über