Folterskandal von Abu Ghureib Richter akzeptiert Geständnis von Lynndie England

Ein US-Militärgericht hat das Geständnis der Soldatin Lynndie England angenommen. Sie hatte sich wegen Misshandlung irakischer Häftlinge im Gefängnis Abu Ghureib schuldig bekannt.


Fort Hood - Ihr sei zum Zeitpunkt der Taten klar gewesen, dass sie gegen die Gesetze verstoße, sagte England vor dem Gericht. Der Richter hatte zuvor Zweifel daran geäußert, ob der 22-Jährigen bewusst gewesen sei, etwas Falsches zu tun, als sie die irakischen Gefangenen in Abu Ghureib demütigte.

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England war durch ein Foto bekannt geworden, das zeigt, wie sie einen nackten, am Boden liegenden Iraker an einer Hundeleine führt. Mit ihrem umfassenden Geständnis ist der Weg frei für eine Vereinbarung zur Verringerung des Strafmaßes, die Verteidigung und Staatsanwaltschaft ausgehandelt haben. Eine Jury wird nun heute über das Strafmaß beraten.

England gehört zu einer Gruppe von Soldaten niedrigen Ranges, die wegen der Vorfälle in Abu Ghureib zur Rechenschaft gezogen werden. Das US-Verteidigungsministerium hat in der vergangenen Woche vier von fünf Offizieren, die in Abu Ghureib Verantwortung trugen, von jeder Schuld in dem Skandal freigesprochen.

Menschenrechtsgruppen werfen der Armee vor, mit ihrem Ehrgeiz, Informationen aus den Gefangenen herauszuholen, auf hoher Ebene die Atmosphäre geschaffen zu haben, in der die Misshandlungen geschehen konnten.



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