Foltervorwürfe Dänen entlassen Irak-Kommandeure

Mehrere dänische Irak-Soldaten stehen unter Verdacht, Gefangenenmisshandlungen begangen zu haben. Ein Ermittlungsverfahren läuft. Jetzt wurden die beiden obersten Kommandeure im Irak entlassen.


Kopenhagen - Verteidigungsminister Soeren Gade sprach am Abend von einer "politischen Entscheidung". Er warf dem Kommandeur der 496 im Südirak stationierten dänischen Soldaten, Henrik Flach, "fehlendes Augenmaß" vor. "Wir werden nicht zulassen, dass die internationalen Konventionen nicht beachtet werden", sagte der Verteidigungsminister. Ob Flach und sein Stellvertreter Poul Erik Andersen sofort nach Dänemark zurückbeordert wurden, war zunächst unklar.

Anfangs hatte das Verteidigungsministerium im Zusammenhang mit den Vorwürfen lediglich von einem Offizier gesprochen. Ihm sei jedoch nicht Folter, sondern Verstoß gegen die Verhaltensregeln vorgeworfen. Heute nun gab ein Sprecher bekannt, dass gegen mehrere Soldaten Ermittlungsverfahren liefen.

Laut dänischen Medien wird dem Offizier zur Last gelegt, dass er angeblich Gefangene geschlagen, ihnen Wasser verweigert und sie gezwungen habe, während der Verhöre in schmerzhaften Positionen zu verharren. Dänemark hat rund 500 Soldaten im Irak stationiert.

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