Foltervorwürfe Kanadisches Opfer verlangt von USA Aufklärung

Eine kanadische Kommission hat den Software-Programmierer Maher Arar von allen Terrorismus-Vorwürfen freigesprochen. Jetzt verlangt der Mann, der in den USA zu Unrecht festgenommen und in einem syrischen Gefängnis gefoltert wurde, von der amerikanischen Regierung Aufklärung.

Ottawa - "Ich will, dass die USA meinen guten Ruf wiederherstellen", sagte Arar, 37, in einem Interview des US-Senders CNN. Er wolle auch in den Vereinigten Staaten freigesprochen werden.

Laut dem offiziellen Bericht einer kanadischen Untersuchungskommission, der am Montag bekannt gegeben wurde, führten falsche Informationen des kanadischen Geheimdienstes dazu, dass Arar verdächtigt wurde, Verbindungen zu al-Qaida zu haben. Im September 2002 nahmen ihn daraufhin amerikanische Behörden bei einem Zwischenstopp in New York fest und schickten ihn nach Syrien.

"Ich wurde gegen meinen Willen nach Syrien geschickt, obwohl ich bei einem Verhör gesagt hatte, ich hätte Angst vor Folter", sagte Arar. Seiner Meinung nach schob ihn der US-Geheimdienst absichtlich in ein Land ab, das Folter praktiziere, um ein Geständnis zu erpressen. Arar besitzt sowohl einen syrischen als auch einen kanadischen Pass.

In Syrien sei er in ein Erdloch gesteckt und mehrfach mit einem Elektrokabel verprügelt worden. Die Schmerzen seien so groß gewesen, dass er am Ende ein falsches Geständnis ablegte. Erst im Oktober 2003 kam er wieder frei. Arar reichte eine Klage gegen die amerikanischen Behörden ein, die von einem Bundesrichter in New York zunächst abgewiesen wurde. Jetzt ging der verheiratete Vater von zwei Kindern in Berufung.

Der konservative kanadische Ministerpräsident Stephen Harper hat bereits versprochen, Arar finanziell zu entschädigen. "Das ist eine klare Ungerechtigkeit gegen Herrn Maher Arar, und wir werden entsprechend handeln", sagte er laut dem TV-Sender CTV.

als/dpa

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