Forderung der USA Südkorea soll Öl-Importe aus Iran drosseln

Washington verstärkt im Konflikt mit Teheran den Druck auf seine Partner: Die US-Regierung fordert Südkorea auf, weniger Öl aus Iran zu importieren - der Streit treibt den Ölpreis weiter in die Höhe.

Protest gegen amerikanische Iran-Politik in Seoul: Washington macht Druck
AP

Protest gegen amerikanische Iran-Politik in Seoul: Washington macht Druck


Seoul/Singapur - Die neuen Sanktionen der USA gegen Iran bekommen nun auch die Verbündeten Washingtons zu spüren. Die US-Regierung drängt ihren Verbündeten Südkorea, seine Ölimporte aus Iran zu reduzieren. "Wir rufen alle unsere Partner auf, um mit uns zusammenzuarbeiten, Druck auf die iranische Regierung auszuüben", sagte der Sonderberater der US-Regierung, Robert Einhorn, am Dienstag in Seoul. Zweck sei es, das Land zu ernsthaften Verhandlungen über sein Atomprogramm zu bewegen.

Die Länder sollten nicht nur ihre Ölimporte aus Iran verringern, sondern sich auch von ihren Finanzgeschäften mit der Zentralbank Irans lösen, sagte der Berater im US-Außenministerium für die Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen und Rüstungskontrolle.

Neue Sanktionen der USA drohen auch ausländischen Firmen Strafen an, wenn sie Geschäfte mit der iranischen Zentralbank machen. Diese wickelt nahezu den gesamten Ölexport aus Iran ab. Dadurch sehen sich US-Verbündete wie Südkorea in einer schwierigen Lage.

Der stellvertretende südkoreanischen Außenminister Kim Jae Shin sagte bei seinem Treffen mit Einhorn, Südkorea sei entschlossen, die internationalen Bemühungen um eine Beilegung des Atomstreits mit Iran zu unterstützen. Viele Südkoreaner seien jedoch besorgt, die neuen Sanktionen könnten der Wirtschaft schaden. Südkorea hatte 2011 rund zehn Prozent seines Öl-Bedarfs mit Importen aus Iran abgedeckt.

Die weitere Zuspitzung des Konflikts zwischen Teheran und den westlichen Industrieländern ist Händlern zufolge der Grund dafür, dass die Ölpreise am Dienstag deutlich zulegten und ihren höchsten Stand seit drei Tagen erreichten. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März kostete im frühen Handel 112,13 US-Dollar. Das waren 79 Cent mehr als am Montag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) zur Lieferung im Februar stieg um 1,69 Dollar auf 100,38 Dollar.

Der Konflikt zwischen Iran und dem Westen verschärfte sich in den vergangenen Wochen. Zuletzt hatte Frankreich die Initiative für ein Embargo für iranisches Öl forciert. Die EU-Außenminister könnten bei ihrem Treffen Ende Januar darüber entscheiden. Iran, der zweitgrößte Produzent der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec), droht unterdessen weiter, die Straße von Hormus zu blockieren, einen wichtigen Transportweg für Rohöl aus dem persischen Golf.

fab/dpa

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flower power 17.01.2012
1. na toll
Zitat von sysopWashington verstärkt im Konflikt mit Teheran den Druck auf seine Partner: Die US-Regierung fordert Südkorea auf, weniger Öl aus Iran zu importieren - der Streit treibt den Ölpreis weiter in die Höhe. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,809490,00.html
demnächst werden sogar Russland-Reisen verboten und nur noch Absolventen der amerk. Elite-Unis in DE eingestellt, VW in USA gebaut und die Lufthansa darf nur noch Ami-Flugzeuge kaufen. Das Öl kommt von Uncle Sam und der sagt dann auch wie Demokratie sein soll. Eine tolle freiheitliche Welt. amerika steht halt für Freiheit, wenn diese amerik. ist. Ami go gome.
sukowsky, 17.01.2012
2. Möge Korea die richtige Entscheidung des Öl-Embargo treffen
Zitat von sysopWashington verstärkt im Konflikt mit Teheran den Druck auf seine Partner: Die US-Regierung fordert Südkorea auf, weniger Öl aus Iran zu importieren - der Streit treibt den Ölpreis weiter in die Höhe. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,809490,00.html
Wer kennt schon das feine politische Gespinst-Interesse im Hintergrund. Will der Iran wirklich die A.Bombe bauen? Oder sucht man nur nach Gründen um das Machtgehabe, der religiösen iranischen Kräfte, in dieser so wichtigen Golfregion ein für alle Male zu kappen? Da sitzt wirklich der einfache Erdenbürger im Dunkeln. Möge Korea die richtige Entscheidung des Öl-Embargo treffen oder kann es gar nicht anders.
Cuchu 17.01.2012
3. Russland, China und Japan wirds freuen
all diese Länder und bestimmt noch ein paar weitere, wollen weiterhin Erdöl aus dem Iran importieren.
michael2273 17.01.2012
4. Geschäfte mit einem miesen Regime
Wieder einmal wollen die Italiener und ihre ENI nicht auf ihre Geschäfte mit einem miesen Regime verzichten. "TangentENI" « Aron Sperber (http://aron2201sperber.wordpress.com/2012/01/13/tangenteni/) Der Tangentopoli-Skandal, der Anfang der 90er Jahre Italiens politische Landschaft erschütterte, war in Wirklichkeit ein ENI-Skandal.
nurzubesuchhier 17.01.2012
5.
Zitat von sysopWashington verstärkt im Konflikt mit Teheran den Druck auf seine Partner: Die US-Regierung fordert Südkorea auf, weniger Öl aus Iran zu importieren - der Streit treibt den Ölpreis weiter in die Höhe. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,809490,00.html
Da kann sich der Iran ja ganz entspannt zurücklehnen. Durch den Anstieg des Ölpreises wird es ihn kaum schmerzen, wenn er ein paar Barrel weniger verkauft. Verkehrte Welt!
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