Foto im Situation Room Orthodoxe Zeitung bedauert Clinton-Retusche

Das Foto mit der erschrockenen Hillary Clinton während der Bin-Laden-Mission ging um die Welt - nur in einer jüdisch-orthodoxen Zeitung landete es ohne die Politikerin. Das Blatt hatte sie aus dem Bild entfernt. Nun entschuldigten sich die Macher. Man habe "das Kleingedruckte nicht gelesen".

New York - Tausendfach wurde das Foto in den Tagen nach der Tötung von Osama Bin Laden abgedruckt. Es zeigt US-Präsident Barack Obama und seine engsten Mitarbeiter im Situation Room während der Mission der Navy Seals. Rechts im Bild sitzt Hillary Clinton, die Außenministerin hält sich die Hand vor den Mund. Auch die jüdisch-orthodoxe Zeitung "Di Tzeitung" aus New York brachte das Bild - allerdings ohne Clinton, die Politikerin wurde digital wegretuschiert.

Nun haben sich die Macher der Wochenzeitung aus dem Stadtteil Brooklyn beim Weißen Haus und der Ministerin entschuldigt. Man drucke prinzipiell keine Bilder von Frauen ab, hieß es. Leider habe der Foto-Redakteur des Kleingedruckte im Anhang der offiziellen Aufnahme aus dem Weißen Haus nicht gelesen. Darin wird eine Manipulation des Bildes ausdrücklich untersagt. Neben Clinton wurde auch Audrey Tomason, Direktorin der Nationalen Anti-Terror-Zentrale, aus dem Bild gelöscht.

Man verfolge seit langem eine Hauspolitik, nach der Frauen "dafür geschätzt werden sollen, wer sie sind und was sie tun - nicht dafür, wie sie aussehen", so die Stellungnahme der Zeitung. Mit dieser Haltung wolle man Respekt für die Frauen ausdrücken. Ein Redakteur der jüdischen Zeitung "The Forward" erklärte, manche ultra-orthodoxe Juden betrachteten jede Abbildung des weiblichen Körpers als "unanständig".

jok
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