Österreich FPÖ-Sprecher soll Lied der Waffen-SS zitiert haben

In Österreich hat die rechtspopulistische FPÖ einen ihrer Sprecher entlassen. Er soll Zeilen eines Liedes der Waffen-SS auf Facebook gepostet haben. Der Geschasste zeigte sich "schockiert": Er sei sich der Herkunft des Zitats nicht bewusst gewesen.


Wien - Der Wiener Ortsverband der rechtspopulistischen Partei FPÖ hat seinen Sprecher Stefan Gotschacher entlassen: Er soll nationalsozialistisches Liedgut auf Facebook gepostet haben. Dabei soll es sich um einige Zeilen eines Liedes der Waffen-SS handeln.

Die Partei und Gotschacher gingen ab sofort getrennte Wege, teilte die FPÖ mit. Der Vorfall werde nun weiter untersucht.

Gotschacher hatte laut der Wochenzeitung "Falter" Zeilen aus dem Lied "SS marschiert in Feindesland" auf Facebook veröffentlicht. Er gab im Gespräch mit der Zeitung an, nicht gewusst zu haben, dass es sich um ein Lied der Waffen SS handelt. Er sei darüber schockiert und werde die Zitate sofort entfernen, sagte Gotschacher demnach dem Blatt.

Der oppositionellen FPÖ wird immer wieder vorgeworfen, Verbindungen zu Neonazis zu unterhalten. Die Partei bemüht sich jedoch um ein seriöses Image. In Umfragen liegt sie derzeit bei etwa 20 Prozent und ist damit die drittbeliebteste Partei Österreichs. In dem Land wird im September ein neues Parlament gewählt.

Im August 2012 hatte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ebenfalls auf Facebook mit einer antisemitischen Karikatur für Empörung gesorgt. Diese zeigte einen übergewichtigen Mann mit Hakennase und Davidsternen auf den Manschettenknöpfen, der laut Bildbeschriftung "die Banken" darstellen sollte; ein ausgemergelter Mann in zerschlissener Kleidung symbolisierte das "Volk". Später tauschte Strache die Karikatur gegen eine unverfänglichere Version aus.

afp/mia



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