Französischer Präsidentschaftskandidat Weitere Ermittlungen gegen Fillon

Die Affäre um die Scheinbeschäftigung seiner Frau kann François Fillon so schnell nicht abschütteln. Es sei derzeit nicht möglich, die Untersuchung zu beenden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
François Fillon und seine Frau Penelope

François Fillon und seine Frau Penelope

Foto: PASCAL ROSSIGNOL/ REUTERS

Die französische Finanzstaatsanwaltschaft will ihre Ermittlungen gegen den konservativen Präsidentschaftskandidaten François Fillon fortsetzen. "Die zahlreichen zusammengetragenen Elemente erlauben es derzeit nicht, den Vorgang zu stoppen", erklärten die Ermittler. Anlass war die Übergabe des Polizeiberichts.

Fillon steht seit Wochen in der Jobaffäre unter Druck. Ihm wird vorgeworfen, seine Frau Penelope nur zum Schein als Assistentin angestellt und Hunderttausende Euro aus der Staatskasse kassiert zu haben. Es fehlen Belege, dass seine Frau auch tatsächlich arbeitete. Der frühere Ministerpräsident hat die Vorwürfe zurückgewiesen und die regierenden Sozialisten beschuldigt, dahinter zu stecken.

Vor der Affäre galt Fillon als klarer Favorit für den Einzug in den Élysée-Palast. Inzwischen bröckelt der Rückhalt für den 62-Jährigen auch in seiner eigenen Partei. Er hat erklärt, sich nur dann zurückzuziehen, wenn gegen ihn formell ein Strafverfahren eingeleitet wird.

Ob das nun folgt, ist unklar. Über das weitere Vorgehen äußerte sich die Staatsanwaltschaft nicht. Möglich sind eine Einstellung des Ermittlungsverfahrens, weitere Untersuchungen durch die Benennung eines Ermittlungsrichters oder eine direkte Überweisung ans Gericht.

Die erste Runde der Präsidentenwahl in Frankreich findet am 23. April statt. Die Stichwahl ist für den 7. Mai angesetzt. Die Vorsitzende des rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, gilt als Favoritin für den ersten Wahlgang. Fillon wird es wohl nicht mehr in die Stichwahl schaffen, aus der demnach der unabhängige Kandidat Emmanuel Macron als klarer Sieger hervorgehen dürfte.

vks/Reuters/AFP
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