Französischer Präsidentschaftskandidat Ermittlungen gegen Fillon ausgeweitet

Noch mehr Druck für Frankreichs Präsidentschaftskandidat Fillon. Ein Untersuchungsrichter soll die Affäre um die Scheinbeschäftigung seiner Frau überprüfen. Ans Aufgeben denkt der Politiker aber nicht.
Präsidentschaftskandidat François Fillon

Präsidentschaftskandidat François Fillon

Foto: PATRICK KOVARIK/ AFP

Die französische Justiz hat ihre Ermittlungen gegen den konservativen Präsidentschaftskandidaten François Fillon ausgeweitet. Der Fall sei an einen Untersuchungsrichter übergeben worden, teilte die Finanzstaatsanwaltschaft in Paris mit. Die Anwälte des Politikers kritisierten in einer Antwort das Vorgehen und äußerten ihre Zuversicht, dass Fillon für unschuldig erklärt werde.

Fillon steht seit Wochen in der Jobaffäre unter Druck. Ihm wird vorgeworfen, seine Frau Penelope nur zum Schein als Assistentin angestellt und Hunderttausende Euro aus der Staatskasse kassiert zu haben. Es fehlen Belege, dass seine Frau auch tatsächlich arbeitete. Der frühere Ministerpräsident hat die Vorwürfe zurückgewiesen und die regierenden Sozialisten beschuldigt, dahinterzustecken.

Vor der Affäre galt Fillon als klarer Favorit für den Einzug in den Élysée-Palast. Inzwischen bröckelt der Rückhalt für den 62-Jährigen auch in seiner eigenen Partei, an einen Rückzug soll der Politiker aber nicht denken.

Vor einer Woche hatte Fillon in einem Zeitungsinterview gesagt, er werde seinen Wahlkampf selbst dann fortsetzen, wenn die Justiz ihn in der Scheinbeschäftigungsaffäre um seine Ehefrau formal einer Straftat beschuldigen sollte. "Meine Entscheidung ist klar: Ich bin Kandidat und ich werde weitermachen bis zum Sieg", sagte der Bewerber des konservativ-bürgerlichen Lagers dem "Figaro".

Die erste Runde der Präsidentenwahl in Frankreich findet am 23. April statt. Die Stichwahl ist für den 7. Mai angesetzt.

jan/Reuters/AFP