Spaniens Ex-Diktator Oberstes Gericht genehmigt Exhumierung der Gebeine von Franco

Monatelang beschäftigte ein Streit um die Gebeine des Diktators Francisco Franco das Land. Die Regierung will sie umbetten, Francos Familie ging dagegen vor. Nun hat das Oberste Gericht entschieden.

Das Oberste Gericht Spaniens hat die Exhumierung der sterblichen Überreste des früheren Diktators Francisco Franco genehmigt. Das Gericht teilte mit, es habe einstimmig beschlossen, die Berufung von Francos Angehörigen gegen die Exhumierung abzulehnen.

Die Regierung des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez wollte Francos Gebeine ursprünglich bereits im Juni exhumieren und umbetten, doch hatten die Richter den Plan auf Antrag von Francos Nachfahren zunächst gestoppt. (Mehr zu dem Streit lesen Sie hier.)

Über die Umbettung der Gebeine Francos wird in Spanien schon seit Langem gestritten. Sein monumentales Mausoleum im Valle de los Caídos (Tal der Gefallenen) nordwestlich von Madrid ist seit Jahren eine Pilgerstätte für Rechte und Rechtsextreme. Die Regierung will seine Überreste daher in einem kleineren Grab außerhalb von Madrid neu beisetzen.

Toter Diktator Franco: Streit zwischen Regierung und Familie

Toter Diktator Franco: Streit zwischen Regierung und Familie

Foto: imago/ United Archives International

Die Familie, aber auch viele konservative Politiker sprachen sich gegen das Vorhaben der Sozialisten aus. Der Chef der Volkspartei (PP), Pablo Casado, bezeichnete es in der Vergangenheit als "unverantwortlich, bereits geheilte Wunden wieder aufzureißen".

asa /AFP