Neuer Bundespräsident Putin lädt Steinmeier in den Kreml ein

Mit dem Ex-DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck war der Kreml nie warm geworden. Nun wurde dessen Nachfolger gewählt - und Wladimir Putin freut sich auf ein baldiges Treffen mit Steinmeier in Moskau, "zu jeder ihm passenden Zeit".
Putin und Steinmeier (März 2016)

Putin und Steinmeier (März 2016)

Foto: Kirill Kudryavtsev / Pool/ picture alliance / dpa

Die Wahl von Frank-Walter Steinmeier zum Bundespräsidenten war gerade eine Stunde her, da meldeten Nachrichtenagenturen in Moskau stolz, wer zu den ersten Gratulanten gehört hatte: der Kreml.

Russlands Präsident Wladimir Putin habe zudem "den gewählten Präsidenten Deutschlands eingeladen, Russland einen Besuch abzustatten, zu jeder ihm passenden Zeit", schrieb die staatliche Nachrichtenagentur Ria Nowosti.

"Putin hat das Interesse an der Fortsetzung eines konstruktiven Dialogs in aktuellen Fragen in den beiderseitigen Beziehungen bestätigt", teilte der Kreml in einem Statement fest.

Das Verhältnis des Kreml zum noch bis Mitte März amtierenden Bundespräsidenten und früheren DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck dagegen war schwierig. 2012 hätten beide eigentlich gemeinsam in Moskau das Deutschlandjahr in Russland eröffnen sollen, sagten ihre Teilnahme aber ab. Während Gaucks fünfjähriger Amtszeit kam es zu keiner persönlichen Begegnung zwischen Gauck und Putin.

Der Kreml kennt Steinmeier seit seiner Zeit als Kanzleramtschef unter Gerhard Schröder (SPD). Als Außenminister hatte Steinmeier zuletzt Manöver von Nato-Verbänden in Osteuropa als "Säbelrasseln" bezeichnet, die Russland provozieren würden.

Das brachte ihm die Kritik von Politikern der Union und von den Grünen ein. Steinmeier hat die im Zusammenhang mit dem Ukrainekonflikt verhängten EU-Sanktionen allerdings verteidigt. Er spricht sich für einen schrittweisen Abbau der Strafen aus, sofern es Fortschritte bei der Umsetzung des Minsker Friedensabkommen geben sollte. Russland pocht auf das Ende der Sanktionen.

Steinmeiers Wahl wurde allerdings auch in der Ukraine begrüßt. Ebenfalls unter den Gratulanten war der ukrainische Präsident Petro Poroschenko. Steinmeier sei "ein großer Freund der Ukraine", twitterte der Ukrainer.

beb/AFP
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