Notres-Dame-des Landes Macrons Regierung stoppt Bau von umstrittenem Großflughafen

Die Umweltschützer haben sich durchgesetzt: Frankreichs Regierung gibt das Vorhaben für einen Großflughafen bei Nantes auf.
Protest gegen Airport Notre-Dame-des-Landes (Archivaufnahme)

Protest gegen Airport Notre-Dame-des-Landes (Archivaufnahme)

Foto: JEAN-SEBASTIEN EVRARD/ AFP

Die Regierung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron stoppt den Bau eines umstrittenen Riesenairports im Westen des Landes. "Das Vorhaben Notre-Dame-des-Landes wird fallengelassen", gab Premierminister Édouard Philippe bekannt.

Eine Eröffnung des seit den Sechzigerjahren geplanten Flughafens war ursprünglich bereits 2008 geplant. Bisher gab es aber keine Bauarbeiten. Der Flughafen Notre-Dame-des-Landes sollte einmal 4,5 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen können. Längerfristig sollten die Kapazitäten verdoppelt werden. Die Einwohner der Region hatten sich bei einem Referendum 2016 mehrheitlich für den Bau ausgesprochen.

Macron hatte sich bei der Entscheidung für oder gegen den Airport in einem Dilemma befunden. Bislang hatte sich der Staatschef bei anstehenden Problemen stets als smarter Reformer präsentiert. Doch ein Rückzug könnte ihm jetzt als politische Schwäche ausgelegt werden. Eine Räumung mit einem Großeinsatz der Sicherheitskräfte wäre womöglich zum wochenlangen Medienspektakel eskaliert - mit gefährlichen, bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen.

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Streit um Großflughafen: Ökologie oder Ökonomie?

Foto: YOAN VALAT/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Aktivisten besetzen nach Medieninformationen schon seit längerer Zeit das Gelände des bisher geplanten Airports nordwestlich von Nantes. "Egal wie Macron entscheidet", hatte eine Umweltschützerin dem TV-Sender "France 2" bereits angekündigt - "wir bleiben hier".

als/dpa
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