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25. November 2017, 19:54 Uhr

Frankreich

Macron verspricht besseren Schutz vor Gewalt gegen Frauen

Schärfere Gesetze, mehr Budget: Mit einem umfassenden Aktionsplan will Frankreichs Präsident Macron gegen sexuelle Belästigung und Gewalt gegen Frauen vorgehen. Seine Botschaft: "Ihr seid nicht allein".

Im vergangenen Jahr starb in Frankreich an jedem dritten Tag eine Frau an den Folgen häuslicher Gewalt. Präsident Emmanuel Macron will die Frauen in seinem Land nun besser schützen: Frankreich dürfe nicht eines der Länder sein, in dem Frauen Angst haben, sagte er in Paris. Die Gleichberechtigung von Männern und Frauen erklärte er in seiner Rede anlässlich des "Internationalen Tags zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen" zu dem zentralen Thema seiner Amtszeit.

Dafür legte er einen umfassenden Aktionsplan vor. Der sieht unter anderem die Einführung des Straftatbestands "sexistische Beleidigung" vor und ein Schutzalter für einvernehmlichen Sex, das bei 15 Jahren liegen soll. Der Haushalt des Staatssekretariats für Gleichstellung soll 2018 sein höchstes Niveau erreichen.

Zu den Maßnahmen gehört auch eine Vereinfachung des Systems der Anzeige-Erstattung. Über eine Online-Plattform sollen sich die Opfer unmittelbar an die Polizei wenden können, um entsprechende Schritte einzuleiten. Der Zugang zu pornografischen Inhalten soll besser kontrolliert werden. Zudem sollen in Krankenhäusern besondere Anlaufstellen für Gewaltopfer geschaffen werden. Schließlich will Macron mit hohen Geldbußen gegen Belästigungen auf der Straße vorgehen.

"Ihr seid nicht allein, die Regierung ist mit euch", beendete er seine rund einstündige Rede.

vks/dpa/AFP

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