Medienbericht in Frankreich 26.000 Euro für Make-up - Präsident Macron in der Kritik

Das gepflegte Auftreten von Präsident Macron kostete die Franzosen bisher 26.000 Euro. Der Staatschef beschäftigt einen Visagisten - jetzt will er eine Alternative suchen.

Emmanuel Macron (Archivfoto vom März 2017)
AFP

Emmanuel Macron (Archivfoto vom März 2017)


Für Emmanuel Macron läuft es momentan nicht besonders gut. Laut Umfragewerten büßte er in den ersten drei Monaten seiner Amtszeit deutlich an Zustimmung in der Bevölkerung ein, die Arbeitslosenzahl ist überraschend gestiegen. Und nun sorgt noch ein Artikel für Ärger: In einem Report von "Le Point" hieß es, der Präsident habe bereits 26.000 Euro Staatsgeld ausgegeben, um sich schminken zu lassen.

Demnach beschäftigt Macron einen Visagisten, der ihn für TV-Auftritte und bei Auslandsreisen herrichtet. Das Büro des Präsidenten bestätigte die Zahl inzwischen. Demnach werde bereits nach einer Alternative gesucht.

Auch sein Vorgänger François Hollande wurde für seine Schönheitsausgaben angegangen. Bei ihm ging es um einen Friseur, dem er etwa 10.000 Euro im Monat zahlte. "Ich habe die Ausgaben des Elysée-Palastes um zehn Prozent gesenkt, mein Gehalt um 30 Prozent gesenkt, und man kommt mir damit?", hatte sich Hollande damals zu rechtfertigen versucht.

Auch Macron versucht seinen Kritikern entgegenzukommen. Nach Informationen von "Le Monde" hat der Staatschef entschieden, seine Kommunikationsstrategie zu ändern. Auf seiner derzeitigen Reise in mittel- und osteuropäische Länder habe der sozialliberale Politiker bei Pressekonferenzen bereits ausführlich auf Fragen zur französischen Innenpolitik geantwortet. Damit habe er gegen eine Regel verstoßen, die er sich selbst auferlegt hatte.

Der seit Mai amtierende Präsident will sich nach Informationen der Zeitung zudem ein- bis zweimal im Monat direkt an die Franzosen wenden. Für ein Medium habe er sich aber noch nicht entschieden.

vks/dpa



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