Reaktionen "Eine furchtbare Prüfung"

Staatspräsident François Hollande hat sich an das französische Volk gewandt. Dem Entsetzen angesichts der Terrorattacken "steht eine Nation gegenüber, die weiß, wie sie sich verteidigt". Kanzlerin Merkel zeigte sich erschüttert von den Anschlägen.

Präsident Hollande bei der TV-Ansprache: "Bisher nie dagewesene Terrorangriffe"
AFP

Präsident Hollande bei der TV-Ansprache: "Bisher nie dagewesene Terrorangriffe"


Nach den Angriffen von Paris mit zahlreichen Toten hat Frankreichs Präsident François Hollande von "bisher nie dagewesenen Terrorangriffen" gesprochen und den Ausnahmezustand für ganz Frankreich verhängt.

Der Staatschef kündigte in der Nacht zum Samstag auch die Schließung der Grenzen an. Zudem kündigte er militärische Verstärkung an, um weitere Anschläge zu verhindern.

"Die Terroristen wollen uns in Angst und Schrecken versetzen", sagte Hollande. "Man kann Angst haben, man kann Schrecken verspüren. Aber dem Entsetzen steht eine Nation gegenüber, die weiß, wie sie sich verteidigt. Die weiß, wie sie ihre Kräfte sammelt. Und die einmal mehr wissen wird, wie sie die Terroristen besiegen wird."

Angesichts der Anschlagsserie hat Frankreichs Staatspräsident am Freitag seine Teilnahme am G-20-Gipfel abgesagt, der am Sonntag im türkischen Antalya beginnt. Das gab das Präsidentenbüro in der Nacht zum Samstag bekannt. Hollande werde bei dem Gipfeltreffen von Außenminister Laurent Fabius und Finanzminister Michel Sapin vertreten.

Weltweit lösen die Anschläge in Paris Entsetzen aus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, sie sei "tief erschüttert von den Nachrichten und Bildern, die uns aus Paris erreichen." Außenminister Frank-Walter Steinmeier teilte via Twitter mit: "Wir stehen an der Seite Frankreichs!" Auch Bundespräsident Joachim Gauck zeigte sich bestürzt und betroffen über die Anschläge. "Ich bin tief erschüttert angesichts der Nachrichten, die uns aus Frankreich erreichen", sagte der Bundespräsident laut einer Mitteilung am frühen Samstagmorgen. "Meine Gedanken sind bei den Opfern, Ihren Angehörigen und dem französischen Volk."

Der britische Premierminister David Cameron drückte via Twitter seine Anteilnahme aus und bot Frankreich Hilfe an:

Auch der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan äußerte sich bestürzt auf Twitter zu den Anschlägen in Paris und sprach dem französischen Volk sein Beileid aus:

US-Präsident Barack Obama verurteilte die Anschläge als "abscheulichen Versuch", unschuldige Zivilisten zu terrorisieren. Es handele sich nicht nur um Anschläge auf Paris oder das französische Volk, sondern auf die gesamte Menschheit, sagte er.

Obama bot die Hilfe Amerikas bei der Bekämpfung des Terrors an. "Wir stehen bereit, jedwede Unterstützung zu leisten, die die Regierung und die Bevölkerung Frankreichs benötigen", sagte Obama. Frankreich sei der älteste Verbündete der USA. Das französische Volk habe immer wieder Schulter an Schulter mit Amerika gestanden.

"Wir werden tun, was immer auch getan werden muss, um diese Terroristen zur Verantwortung zu ziehen", sagte der US-Präsident. "Diejenigen, die glauben, sie können das französische Volk oder die Werte, für die es steht, terrorisieren, liegen falsch."

Obama erklärte, er wolle in den nächsten Tagen mit Präsident François Hollande in Kontakt treten. Da die Situation noch nicht unter Kontrolle sei, wolle er ihn nicht bei der Bewältigung der Krise stören.

Obamas Reaktion im Video: "Angriff auf die ganze Menschheit"

asc



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