Frankreichs Präsident Hollande hält sich Militäreinsatz in Syrien offen

François Hollande zeigt sich unbeeindruckt vom Ausscheren Großbritanniens. Frankreich will sich weiterhin an einem möglichen Militäreinsatz gegen Syrien beteiligen. Der Giftgaseinsatz gegen Zivilisten dürfe nicht ungestraft bleiben, forderte der französische Präsident.
Staatschef Hollande: "Alle Optionen liegen auf dem Tisch"

Staatschef Hollande: "Alle Optionen liegen auf dem Tisch"

Foto: Antoine Antoniol/ Getty Images

Paris - Frankreich will die Verantwortlichen für den Giftgaseinsatz in Vororten der syrischen Hauptstadt bestrafen. Dafür lägen "alle Optionen auf dem Tisch", sagte Präsident François Hollande  der französischen Tageszeitung "Le Monde".

Das Nein des britischen Parlaments zu einer Militärintervention in dem Land ändere nichts an der Position Frankreichs, fügte der Staatschef hinzu. "Wenn der Sicherheitsrat nicht in der Lage ist zu handeln, wird sich eine Koalition formieren", sagte Hollande.

Der Präsident schloss auch eine Aktion vor nächstem Mittwoch nicht aus. Dann kommt die Nationalversammlung in Paris zu einer Sondersitzung zusammen. Über einen Militäreinsatz entscheidet in Frankreich allerdings allein der Staatschef.

Hollande betonte erneut, er sei für ein "angemessenes und hartes" Vorgehen gegenüber Syrien. Er bekräftigte, dass es "ein Bündel von Hinweisen" gebe, dass die syrische Regierung für den Einsatz der Chemiewaffen am 21. August verantwortlich sei.

Frankreich würde im Falle einer Entscheidung für einen Militäreinsatz somit zum wichtigsten Bündnispartner für die USA, denn andere westliche Länder wie Deutschland und Kanada haben bereits deutlich gemacht, dass sie eine solche Aktion zwar unterstützen, sich aber nicht direkt an einem Einsatz beteiligen wollen. Am Donnerstag hatte auch das britische Unterhaus eine Intervention gegen das Assad-Regime abgelehnt.

syd/AFP/dpa/Reuters
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