Frankreich Hollande ist unbeliebt wie nie

Frankreichs Präsident Hollande hat kaum Chancen auf eine Wiederwahl. Eine neue Umfrage zeigt, wie gering sein Ansehen ist.
Frankreichs Präsident François Hollande

Frankreichs Präsident François Hollande

Foto: Thibault Camus/ dpa

In den vergangenen Jahrzehnten war kein französischer Präsident unbeliebter als François Hollande. In Umfragen schwankten seine Zustimmungswerte bislang knapp über zehn Prozent, schon das ein miserabler Wert. Nun haben sie ein neues Tief erreicht: Laut einer von "Le Monde" veröffentlichten Umfrage  des Instituts Cevipof sind nur vier Prozent der Franzosen mit seiner Arbeit zufrieden.

70 Prozent der Befragten sind demnach unzufrieden. 26 Prozent stehen ihm gleichgültig gegenüber.

Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2012 verliert Hollande immer mehr an Ansehen. Eine Chance auf Wiederwahl bei den Wahlen im kommenden Jahr hat er kaum. Bislang hat Hollande offengelassen, ob er sich um einen Verbleib im Elysée-Palast bemüht - wobei sich diese Frage angesichts der Umfragewerte kaum noch stellen dürfte. Auch seine Sozialistische Partei hat die Hoffnung auf einen Sieg im kommenden Jahr längst aufgegeben.

Experten rechnen damit, dass die Konservativen den nächsten Präsidenten stellen werden. Um die Kandidatur des Mitte-Rechts-Lagers buhlen mehrere erfahrene Politiker, darunter der frühere Ministerpräsident Alain Juppé und Ex-Präsident Nicolas Sarkozy. Es wird damit gerechnet, dass es in der zweiten Runde auf eine Stichwahl zwischen einem Konservativen und Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National hinausläuft.

Während die konservativen Kandidaten schon Wahlkampf machen, diskreditiert Hollande sich immer weiter selbst. Soeben ist ein Buch erschienen, das in Frankreich für Furore sorgt. Freiwillig und stundenlang teilte Hollande zwei Journalisten von "Le Monde" zwischen April 2012 und Juli 2016 Interna aus dem Élysée-Palast mit. "Un président ne devrait pas dire ça...", heißt es, "Ein Präsident sollte so etwas nicht sagen..." Und tatsächlich: Was der Präsident preisgibt, ist von beinahe erschreckender Offenheit.

Nicolas Sarkozy sei ein "kleiner Möchtegern-De-Gaulle", Außenminister Jean-Marc Ayrault "so loyal, dass er unhörbar ist", Richter und Staatsanwälte stünden für eine "feige Justiz" und Frankreichs Nationalelf hätte dringend "Gehirntraining" nötig. Der Präsident schont weder politische Gegner noch Freunde.

Seit der Veröffentlichung des Buches fragt man sich in Paris, ob Hollande je wieder ein politisches Amt ausüben sollte. Die Umfragewerte könnten ihm einmal mehr zu denken geben.

kgp/AFP
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