Reaktionen auf Anschlag in Frankreich Hollande spricht von Terrorattacke

Der Angriff in Ostfrankreich hat einen terroristischen Hintergrund - das sagte Präsident Hollande. Der deutsche Innenminister und Großbritanniens Premier zeigen sich besorgt. Das BKA beteiligt sich an den Ermittlungen.

Präsident Hollande: Rasche Rückkehr nach Paris
AFP

Präsident Hollande: Rasche Rückkehr nach Paris


Noch ist der Hintergrund des Anschlags in Saint-Quentin-Fallavier nahe Lyon nicht geklärt - doch in den Reaktionen schwingt die Sorge mit, dass der oder die Täter bei ihrem Angriff islamistisch motiviert gewesen sein könnten.

Präsident François Hollande trat am Mittag in Brüssel vor die Presse. Bei seinem Auftritt bestätigte er, dass es sich um eine "terroristische" Tat gehandelt habe. Ein Mensch sei gestorben, zwei seien verletzt worden. Möglicherweise habe es neben dem bereits festgenommenen Verdächtigen noch einen zweiten Täter gegeben. Es würden nun sämtliche Maßnahmen ergriffen, um weitere Attacken zu verhindern.

Wegen der Entwicklung im Osten seines Landes wird der Präsident rasch nach Paris zurückkehren. Er reise "am frühen Nachmittag" vom EU-Gipfel in Brüssel zurück. Der Staatschef sei in "ständigem Kontakt" mit seinem Innenminister Bernard Cazeneuve und den Sicherheitsbehörden, hieß es am Freitag aus dem Umfeld Hollandes.

Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat sich nach dem Anschlag in Frankreich besorgt gezeigt. "Das ist etwas, was uns besonders bewegt", sagte de Maizière am Freitag nach der Konferenz der Innenminister von Bund und Ländern in Mainz. Gerade in Fragen der Sicherheit hingen Deutschland und Frankreich eng zusammen. De Maizière sagte: "Deutschland (ist) nach wie vor in einer erstzunehmenden Bedrohungslage." Die Zahl sogenannter Gefährder sei so hoch wie nie.

Nach dem mutmaßlichen islamistischen Mordanschlag haben sich auch die deutschen Behörden eingeschaltet. Das Bundeskriminalamt (BKA) befinde sich bereits in einem "engen Austausch" mit den französischen Stellen, teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag in Berlin mit. "Ob es sich um einen terroristischen Hintergrund handelt oder nicht, ist noch nicht abschließend geklärt."

Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach den Angehörigen der Opfer seine "tiefe Anteilnahme" aus und verurteilte "diesen Akt des Terrors und des Fanatismus auf das Schärfste". "Wir sehen uns vereint mit Frankreich in der Verteidigung unserer freien Gesellschaft gegen den blinden Hass des Terrors", erklärte Steinmeier in Berlin weiter.

In Brüssel sprach der britische Premier David Cameron mit Präsident Hollande - und übermittelte sein Beileid. Eine offizielle Stellungnahme gibt es zwar nicht, aber laut Vertrauten des Premiers habe dieser von einem "entsetzlichen Vorfall" gesprochen. Man habe es mit einer extrem ernsten Situation zu tun und sei mit den Gedanken bei all jenen, die unmittelbar betroffen sind.

Im Video: Anschlag auf Gasfabrik in Frankreich

jok/als/ dpa/Reuters/AP



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