Frankreich Gefängnisstrafe für Bauern-Rebellen Bové

Das letzte Mal musste José Bové ins Gefängnis, weil er einen McDonald's verwüstete. Jetzt wandert der französische Bauernführer für mehrere Monate in den Knast, weil er gentechnisch veränderte Pflanzen zerstörte.


Freilassung Bovés im August
AFP

Freilassung Bovés im August

Paris - Die Berufung des berühmten Bauernführers und Globalisierungsgegners hatte keinen Erfolg. Der Kassationsgerichtshof verwarf als höchste französische Instanz am Dienstag in Paris das Ansinnen Bovés, seine Verurteilung wegen der Zerstörung von Gen-Reis rückgängig zu machen. Der Aktivist war am 20. Dezember 2001 in Montpellier verurteilt worden.

Erst Anfang August hatte der Schnauzbart das Gefängnis von Montpellier nach 44 Tagen Haft verlassen. Die Reis-Aktion brachte ihm nun sechs weitere Monate Haft. Wegen der Zerstörung anderer Gen-Pflanzen bekam der Bauernführer noch eine weitere Strafe von acht Monaten aufgebrummt, diese wurde allerdings auf Bewährung ausgesetzt.

Rund 150 Anhänger unterstützten Bové während der Verhandlung vor dem höchsten französischen Gericht. Er wertete die Pariser Entscheidung als einen schweren Angriff auf gewerkschaftliche Rechte. Bové sprach von "einem Ende gewerkschaftlicher Aktionen, von staatsbürgerlichen Initiativen und auch des Widerstands gegen die etablierte Ordnung". Er lehne diese Verurteilung ab.



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