Betrug, Fälschung Ermittlungen gegen Präsidentschaftskandidat Fillon ausgeweitet

Der Präsidentschaftskandidat der französischen Konservativen gerät weiter unter Druck: Die Staatsanwalt ermittelt laut Medienberichten nun auch wegen schweren Betrugs und Fälschung gegen ihn.

François Fillon
AFP

François Fillon


Die Ermittlungen gegen den rechtskonservativen französischen Präsidentschaftskandidaten François Fillon sind nach Angaben aus Justizkreisen ausgeweitet worden. Das berichten die Nachrichtenagentur AFP und die Zeitung "Le Monde" .

Es gehe um den Verdacht des "schweren Betrugs und der Fälschung", hieß es am Dienstagabend in Paris. Im Zusammenhang mit der Scheinbeschäftigungsaffäre um seine Ehefrau und zwei seiner Kinder hatte die französische Justiz Mitte März ein Ermittlungsverfahren gegen Fillon unter anderem wegen mutmaßlicher Veruntreuung von Staatsgeldern eingeleitet.

Die Zeitung "Le Monde" berichtete, die Pariser Finanzstaatsanwaltschaft habe am 16. März den Ermittlungsrichtern zusätzliche Unterlagen übergeben. Die Justiz untersuche, ob die Eheleute möglicherweise falsche Dokumente ausstellten, um die Gehälter für Fillons Frau Penelope zu rechtfertigen.

Anwalt weist Betrugsvorwurf zurück

Als Abgeordneter bezahlte Fillon seine Frau jahrelang als parlamentarische Mitarbeiterin, für insgesamt rund 680.000 Euro abzüglich der Sozialbeiträge. Als Senator beschäftigte er außerdem zwei seiner Kinder.

Der Anwalt von Fillons Frau, Pierre Cornut-Gentille, sagte der Nachrichtenagentur AFP am Dienstagabend, von Fälschungen könne keine Rede sein. Er fügte hinzu, er und seine Mandantin würden sich erst vor Gericht dazu äußern

Am Dienstag war der französische Innenminister Bruno Le Roux zurückgetreten, da die französische Finanzstaatsanwaltschaft Vorermittlungen wegen einer möglichen Scheinbeschäftigung seiner Töchter eingeleitet hatte. Einen Vergleich mit der Affäre um den konservativen Präsidentschaftskandidaten François Fillon wies der 51-Jährige zurück.

In der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am 23. April wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem im August als Wirtschaftsminister zurückgetretenen sozialliberalen Politiker Emanuel Macron und der Rechtspopulistin Marine Le Pen von der Partei Front National vorausgesagt. In der zweiten Runde am 7. Mai dürfte sich Macron aber deutlich gegen die Vorsitzende der Front National durchsetzen.

sun/AFP



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