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26. Januar 2019, 23:59 Uhr

Frankreich

Proteste gegen Gelbwesten angekündigt

Den elften Samstag in Folge haben in Frankreich Zehntausende Gelbwesten demonstriert, erneut kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Gegen die gewaltsamen Ausschreitungen regt sich nun Widerstand.

In Frankreich haben erneut Zehntausende Gelbwesten gegen die Politik von Präsident Emmanuel Macron demonstriert. Landesweit gingen rund 69.000 Menschen auf die Straße, wie das Innenministerium am Abend mitteilte. In Paris demonstrierten demnach rund 4000 Gelbwesten. Dort kam es am Place de la Bastille zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten. Nach Angaben der Präfektur wurden 22 Menschen festgenommen.

Die Bewegung der Gelbwesten hatte den elften Samstag in Folge zu Demonstrationen gegen den Reformkurs Macrons aufgerufen. Im Vergleich zum vorherigen Samstag gingen die Teilnehmerzahlen leicht zurück. Am vergangenen Wochenende hatten sich landesweit 84.000 Menschen beteiligt, in Paris waren es 7000 gewesen.

Bei den Auseinandersetzungen am Pariser Bastille-Platz setze die Polizei Tränengas und einen Wasserwerfer ein, um Demonstranten zurückzudrängen, die Wurfgeschosse auf Polizisten warfen. Jérôme Rodrigues, eines der Sprachrohre der Gelbwesten, wurde schwer am Auge verletzt.

Gegenbewegung "Rote Schals"

Zusammenstöße gab es auch in den Gelbwesten-Hochburgen Toulouse und Bordeaux im Südwesten Frankreichs sowie im Süden in Montpellier und Avignon, außerdem in mehreren westfranzösischen Städten. Innenminister Christophe Castaner verurteilte die Gewalt durch "mit Gelbwesten verkleidete Randalierer".

Erstmals hatten Aktivisten am Bastille-Platz zudem zu einer "gelben Nacht" aufgerufen. Vorbild war die Sozialbewegung "Nuit debout", die 2016 gegen die Arbeitsrechtsreform der sozialistischen Vorgängerregierung protestierte. Die Versammlung wurde nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP jedoch schnell beendet.

Am Sonntag will erstmals eine Gegenbewegung zu den Gelbwesten auf die Straße gehen: Eine Gruppe namens "Rote Schals" (foulards rouges) rief für den frühen Nachmittag zu einem Marsch zum Bastille-Platz auf. Unter dem Motto "Stop - jetzt reicht's" will sie gegen die Gewalt bei den seit mehr als zwei Monaten andauernden Gelbwesten-Protesten demonstrieren.

Der Initiator der "Roten Schals", Laurent Soulié, steht der Partei Die Republik in Bewegung (La République en Marche) von Präsident Emmanuel Macron nahe. Der 51-Jährige und seine Mitstreiter werben für ein "friedliches und respektvolles Frankreich" ohne "Hass".

sth/AFP

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