Frankreich Marion Maréchal-Le Pen zieht sich aus der Politik zurück

Vorläufiges Ende einer schillernden Karriere: Die Nichte von Marine Le Pen hat ihren Rückzug aus der Politik verkündet. Eine spätere Rückkehr schließt sie aber nicht aus.

Marion Maréchal-Le Pen
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Marion Maréchal-Le Pen


In der Familie Le Pen gibt es Streit - wieder einmal. Nach der Niederlage von Marine Le Pen in der Stichwahl um das Präsidentenamt will ihre Nichte, Marion Maréchal-Le Pen, den Umbau der Partei nicht mitgestalten.

Stattdessen kündigte die 27-Jährige laut der Zeitung "Vaucluse Matin" ihren vorübergehenden Rückzug aus der Politik an. Die Front-National-Abgeordnete erklärte, sie wolle der Politik "einige Zeit" den Rücken kehren, in einem Unternehmen arbeiten und mehr Zeit für ihre Familie haben. Gleichzeitig betonte sie, nicht "endgültig auf den politischen Kampf" verzichten zu wollen.

Familienkampf um die politische Ausrichtung der Partei

Zuvor war bereits aus der rechtspopulistischen Partei verlautet worden, Maréchal-Le Pen werde sich bei der Parlamentswahl im Juni vermutlich nicht erneut als Abgeordnete für das südfranzösische Département Vaucluse bewerben. Zudem wolle sie nicht länger als Oppositionschefin im Regionalrat der südfranzösischen Region Provence-Alpes-Côte d'Azur tätig sein.

Maréchal-Le Pen vertritt den rechten Flügel der Front National und steht ihrem Großvater, Parteigründer Jean-Marie Le Pen, nahe. Das Verhältnis zu ihrer Tante Marine gilt als angespannt.

Die 48-Jährige hatte nach ihrer Niederlage gegen Emmanuel Macron am Sonntag einen grundlegenden Umbau der Partei angekündigt. Auch der Name soll sich ändern, da er an Jean-Marie Le Pen erinnert, der die Partei 1972 gegründet hatte. Marine Le Pen hatte ihren Vater 2015 nach wiederholten antisemitischen Ausfällen aus der Partei ausgeschlossen.

dop/AFP/AP



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