Frankreich Sarkozy rutscht in Umfragetief

Erst straften ihn die Franzosen bei den Regionalwahlen ab, jetzt folgt schon die nächste Pleite für Nicolas Sarkozy: Frankreichs Präsident ist einer Umfrage zufolge bei seinen Landsleuten so unbeliebt wie nie - erstmals rutschte er unter die Marke von 30 Prozent.

Nicolas Sarkozy: Immer weniger Franzosen vertrauen ihrem Präsidenten
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Nicolas Sarkozy: Immer weniger Franzosen vertrauen ihrem Präsidenten


Paris - Vertrauen in den Präsidenten? Bei der Mehrheit der Franzosen kann davon keine Rede mehr sein. Laut dem Meinungsforschungsinstitut TNS Sofres-Logica genießt Nicolas Sarkozy nur noch von 28 Prozent seiner Landsleute das Vertrauen. Erstmals rutschte der Staatschef unter die 30-Prozent-Beliebtheitsmarke.

Vor allem die älteren Franzosen haben der Umfrage für das "Figaro Magazie" zufolge den Glauben in den konservativen Staatschef verloren.

Vor einem Monat hatte Sarkozys Quote noch bei 31 Prozent gelegen. Premierminister François Fillon zieht sich noch vergleichsweise gut aus der Affäre. Unverändert 37 Prozent bekunden ihr Vertrauen in den Regierungschef, mit den Problemen des Landes fertig zu werden. Für die Erhebung wurden 1000 Franzosen befragt.

Noch schlechter als Sarkozy habe einst sein Vorgänger Jacques Chirac dagestanden, hob das Meinungsforschungsinstitut hervor: Im Juli 2006 hatte Chirac demnach noch einen Sympathiewert von 16 Prozent.

Vor zwei Wochen hatten die Wähler die bürgerliche Regierungsmehrheit von Sarkozy bei den Regionalwahlen abgestraft. Die oppositionellen Sozialisten setzten sich mit einem breiten Linksbündnis in fast allen Regionen durch.

Inzwischen gibt es auch Widerstand gegen Sarkozys Reformprojekte, etwa gegen den 2007 eingeführten Spitzensteuersatz von 50 Prozent, der weithin als Steuergeschenk an die Superreichen aufgefasst wird.

Eine Gruppe von Abgeordneten der Regierungsmehrheit kündigte am Vortag eine Gesetzesinitiative an, um das sogenannte Schutzschild für die Reichen vorläufig auszusetzen. Sarkozy betonte jedoch, dass er diese Reform nicht rückgängig machen werde. Er hatte den Spitzensteuersatz eingeführt, um Investitionen in Frankreich zu fördern und Steuerflucht einzudämmen.

hen/AFP/dpa/apd



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danou 01.04.2010
1. CRS - Compagnies Républicaines de Sécurité
Nun, dass Sarkozy schon seit vielen Jahren in der Bevölkerung zweiteilig angesehen wird, ist ja hinlänglich bekannt. Als ich schon 2000 / 2001 häufiger in Frankreich war, wurde in der Öffentlichkeit gewitzelt, dass das Dreiergespann "Chirac, Raffarin und Sarkozy" aufgrund deren hemdsärmiger Methoden und dem harten Durchgreifen den Spitznamen "CRS" bekam - gleich der konsequent harten nationalen Polizeieinheit "Compagnies Républicaines de Sécurité" die ja bekanntlich keine Zimperlein dudelt. Anscheind hat sich dieser Eindruck in der Bevölkerung etwas verfestigt!
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