Frankreich Sarkozy wehrt sich gegen Korruptionsvorwürfe

Ein Waffengeschäft zwischen Frankreich und Pakistan in den neunziger Jahren bringt Nicolas Sarkozy in Erklärungsnot: Der französische Staatspräsident wehrt sich gegen Vorwürfe, damals als Haushaltsminister von Bestechungsgeldern gewusst zu haben - und droht mit rechtlichen Schritten.

Nicolas Sarkozy: Frankreichs Präsident bezeichnet Korruptionsvorwürfe als Diffamierung
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Nicolas Sarkozy: Frankreichs Präsident bezeichnet Korruptionsvorwürfe als Diffamierung


Paris - Mit einer Klagedrohung wehrt sich der französische Präsident Nicolas Sarkozy gegen den Vorwurf, "im Herzen der Korruption" in der Affäre um französische U-Boot-Lieferungen an Pakistan zu stehen. Der Präsidentenpalast nannte die von einem Anwalt erhobenen Vorwürfe eine "Diffamierung". Sarkozy weise alle Behauptungen zurück und behalte sich Rechtsschritte vor.

Bei dem Waffengeschäft in den neunziger Jahren flossen riesige Kommissionen, die teilweise zurück nach Frankreich geleitet wurden. Der vorzeitige Stopp der Zahlungen durch Paris gilt als möglicher Grund für einen Selbstmordanschlag 2002 in Karachi, bei dem elf französische U-Boot-Spezialisten und drei Pakistaner getötet worden waren.

Die Hinterbliebenen von sechs Opfern hatten am Mittwoch Klage wegen illegaler Parteienfinanzierung durch Korruption eingereicht. Ihr Anwalt Olivier Morice erklärte: "Die Schwierigkeit mit diesem Dossier liegt darin, dass Sarkozy im Herzen der Korruption steht, denn sie wurde gebilligt, als er im Budgetministerium war." Sarkozy habe gewusst, "dass die außerordentliche Höhe der Kommissionen kein anderes Ziel hatte, als die Finanzierung der Präsidentschaftskampagne von Balladur". Sarkozy war damals auch in der Wahlkampfmannschaft von Eduard Balladur.

Balladur verlor 2005 gegen seinen innerparteilichen Rivalen Jacques Chirac, der die Zahlung der Kommissionen nach Amtsantritt stoppen ließ.

hen/dpa/APD



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