Grabschändung Verwüstung von Friedhöfen war antisemitisch motiviert

Sie sollen aus antisemitischen Gründen gehandelt haben: Fünf Jugendliche haben die Grabschändung auf einem jüdischen Friedhof in Frankreich zugegeben. Auch in anderen Teilen des Landes wurden inzwischen Gräber verwüstet.
Geschändete Gräber in Sarre-Union: Täter hatten klares antisemitisches Motiv

Geschändete Gräber in Sarre-Union: Täter hatten klares antisemitisches Motiv

Foto: Patrick Seeger/ dpa

Paris - Die französische Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen fünf Jugendliche eingeleitet, die für die Schändung eines jüdischen Friedhofs verantwortlich sind. Ein antisemitisches Motiv sei "klar" zum Vorschein gekommen, sagte Staatsanwalt Philippe Vannier. Alle fünf haben ihre Beteiligung an der Tat zugegeben.

Rund 250 von 400 Gräbern haben die Jugendlichen am Sonntag in dem ostfranzösischen Ort Sarre-Union verwüstet. Auch ein Holocaust-Denkmal beschädigten sie. Am Montag wurden die Minderjährigen im Alter von 15 bis 17 Jahren festgenommen. Einer von ihnen hatte sich selbst der Polizei gestellt.

Sie gaben ihre Tat zu, bestritten aber ein antisemitisches Motiv. Bei Verhören hätten die Täter jedoch "aufschlussreiche Gesten und Parolen" beschrieben wie den "Nazigruß" oder "schmutzige Juden" und "Heil Hitler", sagte Vannier. Die Staatsanwaltschaft beantragt nun, die Jugendlichen unter Kontrolle der Justiz zu stellen und in Erziehungszentren einzuweisen. Zwei von ihnen sollen in geschlossenen Einrichtungen untergebracht werden.

Seitdem wurden auch andere Friedhöfe in Frankreich geschändet. In Tracy-sur-Mer im Nordwesten Frankreichs seien Kreuze entfernt und teilweise umgedreht in den Boden gesteckt worden, teilte Innenminister Bernard Cazeneuve mit. Auf Gräbern in Challans und Issoudun seien Hakenkreuze geschmiert worden.

kry/AFP
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