Proteste gegen Rentenreform Streiks in Frankreich sollen auch über Weihnachten weitergehen

Hunderttausende Menschen haben am Dienstag gegen die geplante Rentenreform in Frankreich protestiert. Nun drohen die Gewerkschaften im Land damit, notfalls auch über die Feiertage keine Pause zu machen.
Demonstranten in Paris: Am Dienstag gingen laut Innenministerium landesweit 615.000 Menschen auf die Straße

Demonstranten in Paris: Am Dienstag gingen laut Innenministerium landesweit 615.000 Menschen auf die Straße

Foto: Thibault Camus/AP/dpa

Die Gewerkschaften in Frankreich wollen ihre Proteste gegen die Rentenreform der Regierung auch über Weihnachten hinweg fortsetzen, wenn die Regierung nicht einlenkt. Wie die vier Gewerkschaften CGT, FO, FSU und Solidaires mitteilten, sollen die vor zwei Wochen begonnenen Streiks bis Ende Dezember weitergehen, sollte die Regierung ihre Reformpläne nicht "in den kommenden Stunden" zurückziehen.

In der Erklärung der Gewerkschaften ist allerdings von "örtlichen Aktionen" die Rede, nicht von einem weiteren nationalen Aktionstag.

Am Mittwoch finden neue Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Regierung statt, um die drohenden Streiks an Weihnachten womöglich doch noch abzuwenden. Premierminister Édouard Philippe hat dafür in seinen Pariser Dienstsitz eingeladen. Die Fronten sind verhärtet: Philippe zeigte sich vor der Gesprächsrunde entschlossen, die Reform umzusetzen.

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Gegen die Pläne waren am Dienstag nach Angaben des Innenministeriums landesweit etwa 615.000 Menschen auf die Straße gegangen. Die Gewerkschaft CGT sprach von 1,8 Millionen Demonstranten.

Ein Kompromissangebot wies die Regierung zurück. Die größte Gewerkschaft CFDT hatte in Aussicht gestellt, höhere Rentenbeiträge mitzutragen, wenn die Regierung im Gegenzug die faktische Anhebung des Eintrittsalters von derzeit 62 auf 64 Jahre streicht. Andere Gewerkschaften fordern den vollständigen Verzicht auf die Reform. Sie ist eines der zentralen Wahlkampfversprechen von Präsident Emmanuel Macron.

ptz/AFP
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