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Terror: Ein Tag - mehrere Attentate

Foto: STRINGER/ REUTERS

Attentate auf drei Kontinenten Tag des Terrors

Dutzende Menschen kamen am Freitag bei islamistischen Anschlägen auf drei Kontinenten ums Leben. Zufall? Oder gibt es einen Zusammenhang? Die wichtigsten Antworten im Überblick.

Frankreich, Tunesien, Kuwait, Somalia und Kobane in Syrien. An diesem Freitag gibt es immer neue Schreckensmeldungen. Drei Kontinente werden von islamistischen Terroranschlägen erschüttert.

  • In Somalia hat die islamistische Schabab-Miliz eine afrikanische Friedenstruppe angegriffen, es gab 45 Tote.

Gibt es eine Verbindung zwischen den Attentaten?

Es ist kein Zufall, dass die Anschläge sich häufen: Wir befinden uns mitten im Fastenmonat Ramadan, einer Zeit der Besinnung für fast alle Muslime. Doch für Dschihadisten ist es ein Monat, in dem sie besonders aktiv sind, schließlich sehen sie sich als Gotteskrieger.

Erst vor wenigen Tagen hatte der IS-Sprecher Abu Mohammed al-Adnani in einer Ramadan-Botschaft Radikale in aller Welt dazu aufgerufen, im Fastenmonat "Ungläubige" zu töten. Der Freitag mit dem wöchentlichen muslimischen Mittagsgebet gilt als Tag besonderer Spiritualität - also als besonders attraktiv.

Haben sich die Täter untereinander abgesprochen?

Das ist eher unwahrscheinlich. Eine solche internationale Koordinierung wäre sehr aufwendig - und sehr auffällig. Aus dem US-Außenministerium hieß es am Freitagabend, dass es keinerlei Beweise für eine Koordination der Anschläge gebe.

Dazu kommt: Selbst wenn sich alle Täter auf den IS berufen sollten, gibt es doch große Unterschiede zwischen den Anschlägen. Sie haben wenig mit einem globalen Anschlagsplan zu tun, sondern sind geprägt durch ihren jeweiligen lokalen Zusammenhang.

In Kobane war die IS-Terrormiliz selbst am Werk. Der Anschlag war kein ernsthafter Versuch, die Stadt zurückzuerobern. Er sollte die Einwohner von Kobane terrorisieren und die kurdischen Milizen davon abhalten, weiter auf die IS-Hauptstadt Rakka vorzurücken. In einer Allianz mit arabischen Milizen hatten die kurdischen Kämpfer zuletzt wichtige Siege gegen den IS in Nordsyrien verzeichnet. Dabei halfen auch Bomben aus US-Flugzeugen.

Augenzeugen berichteten über den Anschlag in Frankreich, der Täter habe sich auf den IS berufen. Möglicherweise gibt es jedoch auch ein weltliches Tatmotiv: Der Ermordete war nach Angaben französischer Behörden der Arbeitgeber des Verdächtigen.

In Kuwait hat sich der IS zu dem Anschlag bekannt. Er galt einer schiitischen Moschee. Kuwait hat eine große schiitische Minderheit. Dem IS gelten Schiiten als Ketzer.

In Tunesien ist noch offen, welche Terrormiliz hinter dem Anschlag steckt. Es gibt inzwischen dort eine Vielzahl unterschiedlicher Gruppen. Al-Qaida und der IS sind beide in Tunesien vertreten. Die Rivalität der Terrorvereinigungen könnte dazu beitragen, dass es in dem Land immer mehr Anschläge gibt. Beide Gruppen wollen vermeintliche "Erfolge" vorweisen, um Unterstützer anzulocken. Schon seit Längerem haben tunesische Dschihadisten zu einer Anschlagswelle im Sommer gegen Touristen aufgerufen.

Im Video: Anschlag auf Touristen in Tunesien

SPIEGEL ONLINE
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