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Frankreich: Sieben für die französische Linke

Foto: Philippe Wojazer/ AP

Urwahl von Frankreichs Sozialisten Schön aussichtslos

Sieben Bewerber stritten bei der ersten TV-Debatte des Linksbündnisses um die Nominierung für die Präsidentschaft. Doch wer immer das Rennen macht - der Einzug in den Élysée-Palast scheint unmöglich.

Mit einer ersten TV-Debatte ist der Kampf um die Präsidentschaftskandidatur bei Frankreichs Sozialisten in die heiße Phase eingetreten.

Das Setting: Blauer Hintergrund, sieben Rednerpulte, digitale Zeitmesser, handverlesenes Publikum. In einer Studioatmosphäre wie bei "Wer wird Millionär?" treten am Abend sechs Männer und eine Frau vor Frankreichs TV-Zuschauer.

Die Herausforderung: Binnen insgesamt 17 Minuten Redezeit das eigene Programm ausbreiten und pointiert zu Themen von Arbeitsrecht bis Terrorgefahr Stellung beziehen.

Das Ziel: Sich als Kandidat der Linken für die Präsidentschaftswahlen zu profilieren.

Sechs Wochen nach der Vorwahl der Konservativen geht die Sozialistische Partei (PS) mit ihren Partnern - der Radikalen Linken (PRG) und zwei ökologischen Splittergruppen - in die Schlussrunde der Nominierungskür. Am 22. und 28. Januar dürfen PS-Genossen und Sympathisanten an 7530 Urnen abstimmen, welchen Spitzenkandidaten der Zusammenschluss "Die Schöne Volksallianz" ins Rennen um den Élysée schicken wird. Kostenbeteiligung: ein Euro.

Die Kampagne dauert gerade vier Wochen. Die Bewerber tourten durch Frankreich, stapften durch Kuhställe, signalisierten bodenständige Nähe zur Landwirtschaft oder übten in Fabrikhallen den Schulterschluss mit der Arbeiterklasse. Zwischendurch wurde per Interview und mit Tweets gegen die Rivalen gestichelt.

Im Studio gingen die Konkurrenten erstmals auf Tuchfühlung, alle erpicht darauf, zu überzeugen mit Ideen, Argumenten, Habitus. Doch trotz des Hypes der PS-Zentrale, wirkte die kollektive Performance eher wie politisches Schattenboxen.

Das gemeinsame Handicap: Wer auch immer bei der der "Bürger-Urwahl" Ende Januar zum Spitzenkandidaten der Allianz gekürt wird, hat derzeit kaum Chancen, sich gegen die Konkurrenz von Politikern der Mitte, der Konservativen, Führern der Rechts- oder Linksextremen durchzusetzen.

Die Sozialisten und ihre Bundesgenossen, zerstritten in Flügel und Fraktionen, schaffen es nach dem Stand der Umfragen nicht einmal in die zweite Runde der Präsidentschaftswahl. Bei der Kandidatenkür, so das Verdikt des Internetjournals "Mediapart", "handelt es sich um deprimierende Vorwahlen einer Partei, die vom Aussterben bedroht ist". Eine Urwahl freilich, mit hochkarätiger Besetzung.

Sehen Sie die Kandidaten im Überblick:

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Frankreich: Sieben für die französische Linke

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Bei so viel Präsenz vor den Fernsehkameras geriet die Debatte zum verbalen Stellungskampf ohne klaren Gewinner. Ex-Premier Valls gelang es noch am besten, sich als Staatsmann in Szene zu setzen. Meistens beschränkten sich die Kandidaten aber auf das Abspulen ihrer vorgestanzten Kernsätze: seriös, freundlich, auf Kurs - so der Eindruck nach der zweieinhalb Stunden TV-Debatte.

Steuern, Gesundheitswesen, Islamismus, Bildung - die Kandidaten arbeiteten sich mit Verve und im Minutentakt an den Themen ab. Dabei blieb die TV-Debatte jedoch ohne wirklich kontroversen Schlagabtausch. Die wortreich vorgetragenen Projekte, ein wahres Füllhorn guter Absichten, standen für Engagement, Visionen, Pläne. Allein die Diskussion blieb, wenn auch auf hohem Niveau, ein redlich-hausbackenes Schaulaufen.

Die Sozialisten hoffen dennoch, dass die Serie von Debatten eine eigene Dynamik schafft, zwei Millionen Genossen für den Urnengang mobilisiert und die Partei zusammenschweißt für die Präsidentenwahl im April. Die Fortsetzung der Polit-Staffel "Vorwahl der Schönen Allianz" ist abgemacht. Die nächsten zwei Folgen der Mini-Serie "TV-Debatte" werden am Sonntag und am kommenden Donnerstag ausgestrahlt. Mit unverändertem Casting.

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