Wahlkampf in Frankreich Merkel will Macron als Partner

Bloß nicht Marine Le Pen: Diesen Wunsch äußern viele europäische Politiker vor der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich. Auch Bundeskanzlerin Merkel hat einen klaren Favoriten.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

Foto: Michael Kappeler/ dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel hofft auf einen Wahlsieg des unabhängigen französischen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron bei der Stichwahl gegen Marine Le Pen am 7. Mai.

"Ich habe nicht den geringsten Zweifel, dass Emmanuel Macron, wenn er gewählt werde sollte - was ich mir wünsche - ein starker Präsident sein wird", sagte Merkel dem Medienverbund RedaktionsNetzwerk Deutschland. Die Kanzlerin wies den Vorwurf als "absurd" zurück, dass Macron als "deutscher Pudel" wahrgenommen werden könnte.

Der Franzose werde als Präsident genauso für französische Interessen kämpfen wie sie als Kanzlerin deutsche Interessen vertrete. Für beide Länder seien aber die deutsch-französische Freundschaft und die EU unverzichtbar.

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Zuvor hatte Europa-Staatsminister Michael Roth (SPD) gewarnt, Macron dürfe nicht als deutscher Kandidat wahrgenommen werden, weil ihm das in der Stichwahl gegen die rechtsextreme Konkurrentin Le Pen schaden könne.

Der in der ersten Runde ausgeschiedene Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon sagte am Freitag, er werde keine Wahlempfehlung für Macron oder Le Pen aussprechen.

Der frühere konservative Regierungschef Jean-Pierre Raffarin hatte dem Deutschlandfunk gesagt, er fordere die Wähler der republikanischen Partei auf, für Macron zu stimmen: "Die Pro-Europäer müssen sich gegen Frau Le Pen zusammenschließen". so Raffarin. Ähnlich hatten sich auch Ex-Präsident Nicolas Sarkozy sowie der unterlegenen Republikaner-Kandidat François Fillon geäußert.

cht/dpa
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