Präsidentschaftswahl im Minutenprotokoll So feiert das Macron-Lager

Ein wichtiger Tag für Frankreich: Das Land hat im ersten Wahlgang über seinen nächsten Präsidenten abgestimmt. Lesen Sie die Ereignisse des Sonntags hier im Minutenprotokoll nach.
Macron-Fans in Paris

Macron-Fans in Paris

Foto: PATRICK KOVARIK/ AFP

23:37

Offizielles Endergebnis in der Nacht zu erwarten

Derzeit werden die Stimmen immer noch ausgezählt - nach Auszählungen von 76 Prozent der Stimmen liegen die beiden Kandidaten laut den Angaben des Innenministeriums  mit jeweils 23 Prozent gleichauf. Statistiker sagen einen Sieg von Emmanuel Macron voraus, da insbesondere die großen Städte in den aktuellen Auszählungen noch fehlen.

Ein offizielles Endergebnis ist in der Nacht zu erwarten. Wir halten Sie auf SPIEGEL ONLINE über die aktuellen Ereignisse auf dem Laufenden.

23:25

Deutsche Politiker freuen sich über Ausgang der ersten Wahlrunde

Der Sieg von Emmanuel Macron in der ersten Runde der französischen Präsidentenwahl ist in Deutschland mit Freude und Erleichterung aufgenommen worden. "Gut, dass Emmanuel Macron mit seinem starken Kurs für eine starke EU und soziale Marktwirtschaft Erfolg hatte", schrieb der Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Steffen Seibert, am Sonntagabend im Kurzbotschaftendienst Twitter.

21.51 Uhr

Ausschreitungen in Paris

In Paris soll es im Anschluss an die Präsidentschaftswahl zu Ausschreitungen gekommen sein. Linksextremisten sollen sich Zusammenstöße mit der Polizei geliefert haben. Informationen über Verletzte gab es zunächst nicht. Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa handelte es sich um mehrere Hundert vorwiegend jugendliche Demonstranten. Ein Teilnehmer rief per Mikrofon auf, "gegen Marine und gegen Macron" zu stimmen.

Polizisten gehen gegen Demonstranten in Paris vor

Polizisten gehen gegen Demonstranten in Paris vor

Foto: Kamil Zihnioglu/ AP

21.30 Uhr

Gabriel: Macron wird Präsident

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) vertraut darauf, dass die Franzosen im zweiten Wahlgang "ein klares Signal für Demokratie und Freiheit und auch für ein gemeinsames Europa" setzen - und für Emmanuel Macron stimmen. "Ich bin sicher, er wird der neue französische Präsident", sagte Gabriel. "Er war der einzige pro-europäische Kandidat, der sich nicht versteckt hat hinter Vorurteilen gegenüber Europa."

Macron sei ein "toller Präsidentschaftskandidat", aber auch "ein ungeheuer sympathischer Mensch und ein guter Freund". Zu den Prognosen für Le Pen sagte Gabriel: "Alle die erwartet haben, sie würde weit vorne liegen, sind enttäuscht worden. Das ist auch gut so."

20.11 Uhr

Le Pen fordert Unterstützung von "Patrioten"

Le Pen in Nordfrankreich nach der Wahl

Le Pen in Nordfrankreich nach der Wahl

Foto: Frank Augstein/ AP

Marine Le Pen, die nach ersten Hochrechnungen auf fast 22 Prozent der Stimmen der Präsidentschaftswahl kommt, hat das Wahlergebnis "historisch" genannt. Es sei an der Zeit, die Franzosen "von der überheblichen Elite zu befreien". Sie rief "alle Patrioten" auf, sie in der zweiten Runde zu unterstützen. Es sei an der Zeit, das französische Volk von der "arroganten Elite" zu befreien.

20.55 Uhr

Macron äußert sich

Laut ersten Hochrechnungen liegt der 39-Jährige Emmanuel Macron im ersten Wahlgang um die Präsidentschaft in Frankreich vorne. Er erklärt sich seinen Wahlsieg so: "Die Franzosen haben ihren Wunsch nach einer Erneuerung ausgesprochen", sagte der parteilose Kandidat der französischen Nachrichtenagentur AFP. Ein Kapitel der französischen Politik sei nun geschlossen worden. Im Laufe des Abends wollte er vor Anhängern sprechen.

20.41 Uhr

Reaktionen aus Deutschland

Grünen-Chefin Simone Peter wertete den prognostizierten Ausgang der ersten Runde der Präsidentenwahl in Frankreich als positives Zeichen. "Le Pen auf Platz zwei verwiesen", twitterte sie. "Demokratische Aufklärung wirkt, wie schon in Österreich und den Niederlanden. In Europa liegt unsere Zukunft!" Auch SPD-Fraktionsvize Axel Schäfer sieht durch den Ausgang der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl den "rechten Vormarsch" in Europa gestoppt. "Ein Signal für Europa, ein Signal der Erneuerung", twitterte der FDP-Vorsitzende Christian Lindner nach ersten Hochrechnungen. "Emmanuel Macron macht auch Deutschland Mut."

Der SPD-Europapolitiker Jo Leinen hingegen bezeichnete das starke Abschneiden der Rechtspopulistin Marine Le Pen im ersten Durchgang der französischen Präsidentenwahl als erschreckend. "Die Europäische Union hat den Bürgerinnen und Bürgern Stabilität und Frieden gegeben. Dies sollten die Franzosen nun nicht leichtfertig aufs Spiel setzen", sagte er.

20.32 Uhr

Noch mehr Macron-Unterstützer

Frankreichs Ministerpräsident Bernard Cazeneuve ruft seine Landsleute auf, in der Stichwahl für Macron zu stimmen und Le Pen eine Niederlage zu erteilen. Auch Außenminister Jean-Marc Ayrault appelliert an die Franzosen, in der Stichwahl Macron zu wählen.

Genauso wie der sozialistische Präsidentschaftskandidat Benoît Hamon. Er stand gleichzeitig seine Wahlniederlage ein. "Ich bin dabei gescheitert, das Desaster, das sich angekündigt hatte, zu verhindern. Ich übernehme dafür die volle Verantwortung", sagte er. Die "Auslöschung der Linken durch die extreme Rechte" sei eine schwere Wahlniederlage. "Ich rufe dazu auf, den Front National so deutlich wie möglich zu schlagen, mit Stimmen für Emmanuel Macron, auch wenn er nicht der Linken angehört."

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20.30 Uhr

"Einwanderung stoppen"

Die Rechtspopulistin Marine Le Pen von dem Front National (FN) ist eine leidenschaftliche EU-Gegnerin. Sie will die Franzosen über den Verbleib in der Union abstimmen lassen. Außerdem soll Frankreich den Euro abschaffen und das Schengenabkommen für das Reisen ohne Grenzkontrollen verlassen. "Ich will die Einwanderung stoppen", sagt die 48-Jährige.

20.24 Uhr

Was will Emmanuel Macron?

Der frühere Wirtschaftsminister von Präsident François Hollande trat als unabhängiger Kandidat an. Der 39-jährige Chef der Bewegung "En Marche!" (Auf dem Weg) setzt auf Europa und damit eine Partnerschaft mit Deutschland. Er positioniert sich "weder rechts noch links". Im Wahlkampf bekannte er, Außenseiter zu sein. In der Tat wurde Macron noch nie in ein Amt gewählt.

Der ehrgeizige Kandidat war bis 2012 gut bezahlter Investmentbanker bei Rothschild & Cie. Dann holte ihn der sozialistische Präsident François Hollande in den Élysée-Palast. 2014 wurde er Wirtschaftsminister.

Macron ist seit 2007 mit Brigitte Macron verheiratet, die er seit seiner Schulzeit in Amiens kennt.

20.17 Uhr

Freude bei "En Marche!"

Er wird in die Stichwahl einziehen: Die Freude über das Abschneiden des Ex-Wirtschaftsministers Emmanuel Macron bei den Präsidentschaftswahlen hat zu Jubel bei seinen Anhängern geführt.

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Angeblich sollen schon die ersten Unterstützer aus dem Lager seines Konkurrenten Fillon zu Macron übergelaufen sein., etwa der konservative Abgeordnete François Baroin. Er nannte das Abschneiden des Kandidaten seiner Partei ein "Erdbeben für uns".

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20.03 Uhr

Erste Hochrechnungen

Polit-Macron und die Rechtspopulistin Marine Le Pen werden noch einmal um das Präsidentschaftsamt in Frankreich antreten. Nach ersten Hochrechnungen wurden sie in die Stichwahl gewählt. Die Franzosen müssen dafür am 7. Mai zum zweiten Mal ihre Stimme abgeben.

Macron lag nach Angaben des Senders France 2 mit 23,7 Prozent vor Le Pen mit 21,7 Prozent. Die Hochrechnung von TV-Sender TF1 sah beide Kandidaten bei 23 Prozent.

19.49 Uhr

Die Auszählung läuft

Die Wahllokale sind geschlossen, die Stimmen werden ausgezählt. Sehr bald werden erste Hochrechnungen erwartet.

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19.29 Uhr

Warnung des Innenministeriums

Via Twitter hat das französische Innenministerium vor gefälschten SMS gewarnt. Die Behörde werde vor 20 Uhr keine Ergebnisse bekannt geben - nicht per Textnachricht und auch auf keinem anderen Weg.

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18.30 Uhr

Anstehen für Le Pen

Am Abend will die Rechtspopulistin Le Pen im nordfranzösischen Hénin-Beaumont eine Rede halten. Wird sie Grund zum Jubeln haben? Hunderte Journalisten versammelten sich schon Stunden zuvor in dem Ort, wie der britische Sender BBC berichtet.

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Auch die Anhänger von Herausforderer Macron versammeln sich bereits.

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18.05 Uhr

Wahllokale schließen bald

In etwa einer Stunde machen viele Wahllokale in Frankreich zu. In großen Städten sind sie teilweise aber noch bis 20 Uhr geöffnet. Kurz darauf gibt es die ersten offiziellen Hochrechnungen. Das Innenministerium veröffentlicht fortlaufend den Stand der ausgezählten Stimmen; ein fast vollständiges Ergebnis dürfte im Laufe der Nacht feststehen. Auf eins können wir uns aber schon jetzt einstellen: Es dürfte richtig eng werden, keiner der Kandidaten konnte sich im Vorfeld als klarer Favorit etablieren.

Insgesamt sind elf Bewerber bei der Präsidentschaftswahl angetreten. Große Chancen werden vor allem der EU-feindlichen Rechtspopulistin Marine Le Pen (Front National), Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron (parteilos), François Fillon (Republikaner) und dem linksradikalen Jean-Luc Mélenchon (La France insoumise) eingeräumt. Da keiner die absolute Mehrheit der Stimmen erreichen dürfte, ist eine Stichwahl am 7. Mai geplant.

Einen Überblick über die Kandidaten finden Sie hier.

17.32 Uhr

Höhere Wahlbeteiligung als erwartet

Fast die Hälfte der Franzosen soll kurz vor dem ersten Wahlgang noch unentschlossen gewesen sein, welchem Kandidaten sie ihre Stimme geben sollen.

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Der Wahlbeteiligung hat das offenbar nicht geschadet: Die lag um 17 Uhr bei rund 69,4 Prozent. Bei der Wahl vor fünf Jahren waren es im gleichen Zeitraum etwas mehr gewesen (70,6 Prozent). Am Ende hatte die Beteiligung 2012 bei rund 79,5 Prozent gelegen.

Fotostrecke

Frankreichwahl: Quo vadis, Grande Nation?

Foto: THOMAS SAMSON/ AFP

16.11 Uhr

Angreifer im Pariser Nordbahnhof

Die Wahl in Frankreich findet unter extremen Sicherheitsvorkehrungen statt. Mehr als 50.000 Polizisten und 7000 Soldaten schützen die Stimmabgabe. Zu einem kurzen Schockmoment kam es am Samstagnachmittag am Pariser Nordbahnhof dennoch: Dort nahmen Polizisten einen Mann fest, der sich ihnen mit einem Messer in der Hand genähert hatte. Es habe keine Verletzten gegeben, sagte ein Sprecher der staatlichen Bahngesellschaft SNCF der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe keine Hinweise auf eine terroristisch motivierte Tat.

Erst am vergangenen Donnerstag war ein Polizist bei einem Terroranschlag auf den Pariser Champs-Élysées getötet worden. Die Tat heizte die Debatte um die Sicherheitspolitik neu an.

15.59

Kandidaten geben ihre Stimme ab

Der Konservative Fillon und der unbeliebte scheidende sozialistische Präsident Hollande stimmten am Morgen in ihren Wahlkreisen ab. Macron twitterte anschließend ein Bild von sich an der Wahlurne. Er und seine Frau Brigitte wurden von Anhängern begeistert empfangen.

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In der Nähe des Wahllokals in der nordfranzösischen Front-National-Hochburg Hénin-Beaumont, in dem Le Pen ihre Stimme abgab, demonstrierten Femen-Aktivistinnen mit nacktem Oberkörper gegen die Rechtspopulistin.

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15.30 Uhr

Die Welt schaut auf Frankreich

Nicht nur US-Präsident Donald Trump ist gespannt auf den Ausgang der Wahl, den viele als Schicksalsvotum nicht nur für das Land, sondern für ganz Europa interpretieren.

Grund dafür ist vor allem Le Pen, die in Umfragen im Vorfeld der Abstimmung bei etwa 23 Prozent lag.

vks/jok
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