Wahl in Frankreich Le Pen räumt Niederlage ein - und will Partei reformieren

Die unterlegene Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen hat dem Sieger Macron zur Wahl gratuliert. Zudem kündigte sie einen tiefgreifenden Wandel an - als Erstes ist wohl der Parteiname dran.

Marine Le Pen nach der verlorenen Wahl
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Marine Le Pen nach der verlorenen Wahl


Die Rechtspopulistin Marine Le Pen hat ihre Niederlage bei der französischen Präsidentenwahl eingeräumt. Sie habe Emmanuel Macron angerufen, um ihm zu gratulieren, sagte die Front-National-Politikerin am Sonntagabend in Paris.

Sie bezeichnete ihr Ergebnis als "historisch und massiv". Die Franzosen hätten damit "die Patriotische und Republikanische Allianz" - so der Name ihres Bündnisses mit dem EU-Skeptiker Nicolas Dupont-Aignan - "zur ersten Oppositionskraft zum Programm des neuen Präsidenten gemacht".

Frankreich-Wahl
Vorläufiges Endergebnis
Wahlbeteiligung: 74,62%
Macron
En marche!
66,06%
Le Pen
Front National
33,94%
1. Wahlgang: 24,01%
Sonstige: 54,69%
1. Wahlgang: 21,30%
Quelle: Franz. Innenministerium (Stand: 8.5.2017, 08.39 Uhr)

Die Präsidentenwahl habe die politische Landschaft in Frankreich neu geordnet - entlang des Grabens zwischen "Patrioten und Globalisierern", sagte Le Pen. Sie werde an der Spitze dieses Kampfes stehen, sagte sie mit Blick auf die Parlamentswahlen im Juni.

Glückwünsche von Frauke Petry

Zudem kündigte sie an, dass sie einen tiefgreifenden Wandel des Front National vorschlagen werde, um noch mehr Menschen zu erreichen. Das Vorhaben bekräftigte auch der Parteivizechef Florian Philippot. Im Fernsehsender TF1 kündigte er an, seine Partei werde sich in eine neue politische Kraft verwandeln und dann auch nicht mehr denselben Namen tragen.

AfD-Chefin Frauke Petry gratulierte Marine Le Pen trotz der Niederlage. Ihr sei "trotz massiver Anfeindungen ein beeindruckendes Wahlergebnis gelungen", sagte Petry der "Welt". Sie bedauere die Niederlage, da Le Pen die Alternative geboten hätte, "das Land aus der Umklammerung einer moralisierenden Elite zu befreien".

Jean-Marie Le Pen, Gründer des Front National und Vater der unterlegenen Präsidentschaftskandidatin, sagte nach der Wahlniederlage, seine Tochter habe sich mit der Ankündigung, Frankreich aus der EU und aus dem Euro zu führen, ins Aus katapultiert.

Sie hätte sich auf die "wahren Probleme" konzentrieren müssen, sagte ihr Vater dem Radiosender RTL, auf Fragen der Demografie und der Einwanderung.

sun/dpa/AFP/Reuters



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