Miete zu niedrig Französische Ministerin muss Sozialwohnung räumen

Rund 1500 Euro für mehr als hundert Quadratmeter, nicht weit vom Pariser Zentrum: So viel Miete zahlte die französische Ministerin Delphine Batho bisher für ihre Sozialwohnung. Zu wenig findet Premier Ayrault - und ordnete einen Umzug an.

Ministerin Batho (links), Kollegin Christine Taubira: "Das ist erledigt"
AFP

Ministerin Batho (links), Kollegin Christine Taubira: "Das ist erledigt"


Paris - Mit gutem Beispiel soll die Regierung vorangehen. Dies hatte Frankreichs neuer Premierminister Jean-Marc Ayrault angekündigt. Nun macht er ernst: Eine seiner Ministerinnen muss umgehend aus ihrer Sozialwohnung ausziehen, in der sie im Pariser 19. Arrondissement wohnt.

Wie die beigeordnete Ministerin im Justizressort, Delphine Batho, im Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte, kündigte sie ihren Mietvertrag. Ayrault sagte am Freitag auf die Frage, ob Batho umziehen werde, dem Sender France Inter: "Das ist im Gange, das ist erledigt."

Batho, die im Wahlkampf eine der Sprecherinnen von François Hollande war, stand wegen ihrer Sozialwohnung seit mehreren Monaten in der Kritik. Sie hatte sich damit verteidigt, dass sie einen Zuschlag bezahle und in einer Wohnung mittleren Niveaus wohne. Für 108 Quadratmeter bezahlte sie 1524 Euro im Monat und damit rund 30 Prozent weniger als im Durchschnitt in Paris üblich.

Schon am Donnerstag hatte die neue Regierung mit einem ungewöhnlichen Schritt für Aufsehen gesorgt. Bei der ersten Kabinettsitzung wurde eine Gehaltskürzung um 30 Prozent für den Präsidenten und die Regierungsmitglieder beschlossen. Das teilten mehrere sozialistische Minister nach der Sitzung am Donnerstag in Paris mit.

Die Gehälter von Präsident François Hollande und von Premierminister Ayrault sinken demnach von 19.000 auf 13.300 Euro im Monat. Die Bezüge der Minister werden von derzeit rund 12.000 auf 8400 Euro gekürzt. Ayrault hatte hervorgehoben, die neue Regierung solle "beispielhaft" sein.

jok/AFP



insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
msmt 18.05.2012
1. Ein guter Anfang!
Ich hoffe, dieser Schritt der neuen französischen Regierung findet weltweit Nachahmer.
Hermes75 18.05.2012
2.
Zitat von sysopAFPRund 1500 Euro für mehr als 100 Quadratmeter, nicht weit vom Pariser Zentrum: So viel Miete zahlte die französische Ministerin Delphine Batho bisher für ihre Sozialwohnung. Zu wenig findet Premier Ayrault - und ordnete einen Umzug an. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,833780,00.html
Die Immobilien-Besitzer von Paris wird es freuen, wenn die Regierung astronomische Mietpreise auch noch zum Maßstab erklärt...
SpieFo 18.05.2012
3. Dieser Schritt der neuen französischen Regierung findet
Zitat von msmtIch hoffe, dieser Schritt der neuen französischen Regierung findet weltweit Nachahmer.
findet weltweit nur Gelächter als Echo. Es wurde schliesslich nur ein Teil der Aberwitzigen Erhöhungen Sarkozy's zurückgenommen. Die deutschen Kabinettsmitglieder haben sich gerade eine Schluck aus der Pulle genehmigt. Die Erhöhung sei nach 12 Jahren gerechtfertigt....
bz16 18.05.2012
4. Hä?
Wieso bewohnt eine Berufspolitikerin überhaupt eine "Sozialwohnung"? Und wieso sind Sozialwohnungen in Paris 100 qm groß? Oder verstehe ich da was falsch?
michaelXXLF 18.05.2012
5. Politiker sollen richtig viel verdienen.
Wenn sie denn gute Arbeit leisten! Vielleicht sollte man die Erhöhung ihrer Diäten auch an z.B. den Metalltarifvertrag Süd-West binden. 5% mehr für die Metaller, 5% mehr für die Abgeordneten.
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