Französischer Nationalfeiertag Merkel dankt Macron für die "große Geste"

Drohnen, Roboterautos und eine fliegende Plattform mit Mini-Düsentriebwerken: Angela Merkel bekam zum französischen Nationalfeiertag ein Militärspektakel vorgeführt und bedankte sich bei Präsident Macron dafür.

Charles Platiau/ REUTERS

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Einladung des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron zur Militärparade in Paris am Nationalfeiertag als wichtiges Signal gewürdigt. Sie sehe das "als eine große Geste in Richtung der europäischen Verteidigungspolitik", sagte sie am Sonntag. Sie sei auch geehrt, dass Deutsche an der Parade teilgenommen hätten.

Neben Merkel hatten mehrere europäische Staats- und Regierungschefs das rund zweistündige Militärspektakel verfolgt. Macron wollte mit der Parade in diesem Jahr die militärische Schlagkraft Europas demonstrieren. Insgesamt marschierten rund 4300 Soldaten auf, ferner waren fast 200 Fahrzeuge, 237 Pferde, 69 Flugzeuge und 39 Hubschrauber zu sehen. Auch die deutsch-französische Brigade beteiligte sich.

Bundeskanzlerin Angela Merkel, Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron
CHRISTOPHE PETIT TESSON/EPA-EFE/REX

Bundeskanzlerin Angela Merkel, Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron

An der Flugschau nahmen unter anderen Bundeswehr-Hubschrauber teil, auch britische Hubschrauber, ein spanisches Flugzeug und ein deutsches A400M-Transportflugzeug waren dabei. Abordnungen zahlreicher europäischer Streitkräfte marschierten mit, gezeigt wurden auch Drohnen und Roboterautos.

Besondere Attraktion war in diesem Jahr die Präsentation eines sogenannten Flyboards Air - einer fliegenden Plattform mit Miniaturdüsentriebwerken für einen Menschen, die künftig militärisch genutzt werden soll. Der französische Jetski-Weltmeister Franky Zapata überflog mit dem Gerät rund eine Minute lang die Champs-Elysées in der Nähe der Ehrentribüne mit Merkel und den anderen Gästen.

"Gelbwesten" wollten sich gewaltsam Zugang verschaffen

Frankreich, Deutschland, Großbritannien und eine Reihe anderer EU-Staaten hatten im vergangenen Jahr eine neue Militärkooperation auf den Weg gebracht. Die sogenannte Interventionsinitiative soll über eine deutlich engere Zusammenarbeit der Generalstäbe eine schnellere militärische Reaktion in Krisenlagen ermöglichen. Eine gemeinsame Interventionstruppe ist damit aber zunächst nicht verbunden.

Erst im Juni besiegelten Deutschland, Frankreich und Spanien das Milliardenprojekt eines gemeinsamen Kampfjets.

Vor der Parade hatte Macron mit Generalstabschef François Lecointre die Truppen in einem offenen Militärjeep fahrend inspiziert. Beim Eintreffen des Staatschefs waren Pfiffe von Vertretern der Protestbewegung der "Gelbwesten" zu hören. Rund 40 "Gelbwesten" wollten sich gewaltsam Zugang zu den Champs-Elysées verschaffen, wurden aber von Sicherheitskräften abgedrängt, wie eine AFP-Reporterin berichtete. Zwei prominente Vertreter wurden nach AFP-Informationen in Gewahrsam genommen.

Macron kündigt Aufbau eines Raumfahrtkommandos an

Mit der traditionellen Militärparade wird an den Jahrestag des Sturms auf die Bastille erinnert. Er gilt als Auftakt zur Französischen Revolution von 1789. Im Jahr 1880 wurde der 14. Juli offiziell zum Nationalfeiertag.

Am Vorabend hatte Macron den Aufbau eines französischen militärischen Raumfahrtkommandos angekündigt. Das Kommando werde ab September bei der Luftwaffe angesiedelt, diese werde später zu "Luft- und Weltraumstreitkräften" ausgeweitet, sagte Macron während eines traditionellen Militärempfangs.

Macron hatte bereits im vergangenen Jahr von der Notwendigkeit einer neuen Strategie zur Verteidigung im Weltraum gesprochen. Nun habe er die neue "Luft- und Weltraumdoktrin" genehmigt, sagte der Präsident. Sie gebe seinem Land die Fähigkeit, sich "im Weltraum und vom Weltraum aus zu verteidigen". Die Strategie diene auch dem besseren Schutz der französischen Satelliten.

pbe/dpa/AFP



insgesamt 62 Beiträge
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Seite 1
ulrich g 14.07.2019
1. Live
Wir haben die Parade im Originalton auf TV 5 gesehen. Das deutsche Unwort "national" fiel ca. 500 Mal. Hat das deutsche Fernsehen deshalb nicht live darüber berichtet? Zum Glück gibt es noch Völker die auf ihre Nation stolz sind. Vive la France!
MisterD 14.07.2019
2. Tja...
da durfte Merkel jetzt mal bewundern, was eine Armee mit 35 Milliarden EUR pro Jahr so alles anstellen kann, wenn man das Geld nicht für Berater rauswirft und unfähige Minister einsetzt... vielleicht lernen wir draus und stellen mit unseren 45 bis 50 Milliarden pro Jahr mal eine vernünftige Truppe auf?
muzepuckel 14.07.2019
3. 40 Gelbwesten?
Guckt Euch mal Lifestreams dazu an. "40" Ich lach mich tot.
bescheuert 14.07.2019
4. Ich sag ihnen nicht
Zitat von ulrich gWir haben die Parade im Originalton auf TV 5 gesehen. Das deutsche Unwort "national" fiel ca. 500 Mal. Hat das deutsche Fernsehen deshalb nicht live darüber berichtet? Zum Glück gibt es noch Völker die auf ihre Nation stolz sind. Vive la France!
was ich über Menschen denke die sich Militärparaden ansehen. Ich hoffe nur das wir nicht jetzt auch einen Flugzeugträger wollen und im Weltraum militärisch präsent sein.
k-w-reinhardt 14.07.2019
5. So präsentiert sich
eine selbstbewußte Nation. Der sachliche Kommentar zur Direktübertragung bei PHOENIX TV war bemerkenswert.
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