Fred Trump Der Dollar-Daddy aus der Bronx

Donald Trump prahlt mit seinem Image als Selfmade-Milliardär - dabei war er dank seines Vaters schon mit acht Jahren Millionär. Wer war der Mann mit dem markanten Schnäuzer und der Vorliebe für Cadillacs?

189 Meter hoch, 64 Etagen - und eine golden glänzende Fassade: Das Trump-Tower-Hotel in Las Vegas ist ein Protzbau. Donald Trump liebt diese Art Dekadenz. Die Glücksspielstadt in Nevada ist wie gemacht für den Präsident gewordenen Immobilienmagnaten.

Als er Ende September dort seine Anhänger auf die Midterm-Wahlen einschwor, war er in seinem Element. Der mächtigste Mann der Welt polterte gegen Gegner und prahlte mit seiner Politik.

Der 72-Jährige brüstet sich gern - vor allem mit seinen "Deals", die er als Geschäftsmann über Jahrzehnte durchgezogen haben will und die ihn zum Selfmade-Milliardär gemacht haben sollen. Doch das ist nur eine Legende.

Die "New York Times" hat zu Wochenbeginn einen Bericht veröffentlicht, der die US-Steuerbehörde interessiert und die Wahrheit hinter Trumps Milliarden zeigen soll. Demnach erhielt er über Jahrzehnte großzügige Finanzhilfen - von seinem eigenen Vater.

Fred Trump

Fred Trump

Foto: NY Daily News via Getty Images

Frederick "Fred" Christ Trump soll seinem Sohn im Lauf seines Lebens Werte in einer Höhe von mindestens 413 Millionen Dollar geschenkt haben. Bereits im Alter von acht Jahren war Donald Trump dank der Schenkungen Millionär.

Aus der Pfalz nach New York

Trump senior wurde 1905 als Sohn deutscher Auswanderer in der New Yorker Bronx geboren. Sein Vater hatte den kleinen Ort Kallstadt in der Pfalz bereits vor der Jahrhundertwende verlassen, um im Goldschürfergebiet zwischen Kanada und Alaska das "White Horse Restaurant and Inn" zu betreiben - ein Restaurant für Glückssucher, Minenarbeiter und Holzfäller. Mit Erfolg. Die Spanische Grippe raffte ihn - wie Millionen andere - dann aber 1918 dahin. Was blieb war: viel Geld.

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Trumps Wohnkarriere: Fotostrecke: Die Trumps - von Kallstadt an den Central Park

Foto: SAUL LOEB/ AFP

Seine Witwe macht das Beste daraus und gründete gemeinsam mit ihrem noch nicht volljährigen Sohn Fred die Immobilienfirma Elizabeth Trump & Son. Fred baute in der Folge erste Häuser, die meisten davon im New Yorker Stadtteil Queens.

Das Geschäft lief bis zur Weltwirtschaftskrise Ende der Zwanzigerjahre gut. Die Not machte ihn dann erfinderisch - und Trump eröffnete einen der ersten Supermärkte, ehe er wieder zurück in die Immobilienwirtschaft wechselte.

Trump senior auf einer seiner Baustellen

Trump senior auf einer seiner Baustellen

Foto: NY Daily News via Getty Images

Während des Zweiten Weltkriegs baute er Häuser für Soldaten und ihre Familien und setzte anschließend auf Eigenheime, die er mit staatlichen Fördergeldern baute. Fred Trump konzentrierte sich auf Masse statt Klasse und errichtete in seinem langen Leben insgesamt mehr als 27.000 Apartments und Reihenhäuser.

Trump - der falsche Schwede

Der Mann mit dem markanten Schnauzbart stellte sein Vermögen nicht zur Schau wie sein Sohn. Fred Trump hatte nur eine einzige, teure Marotte: Alle drei Jahre legte er sich ein neues, marineblaues Cadillac-Cabrio zu, mit dem er von Baustelle zu Baustelle fuhr. Das Kennzeichen: FCT, die drei Anfangsbuchstaben seiner Namen.

Mit der Wahrheit nahm er es jedoch nicht ganz so genau, wie später sein Sohn. Viele Jahrzehnte lang erzählte Fred Trump, seine Familie stamme aus Schweden. Angeblich leugnete er seine deutschen Wurzeln, weil viele seiner Mieter Juden waren. Als falscher Schwede schien es ihm nach dem Holocaust einfacher, Geschäfte zu machen.

Er selbst lebte von 1951 an mit seiner Frau über Jahrzehnte in einem Mittelklassehaus in Queens. 1999 starb Fred Trump nach jahrelanger Alzheimerkrankheit im Alter von 93 Jahren.